03.06.2026

Hilfe für Sicherung der Burgruine im Hanggarten der Villa Sachsen in Bingen

Rheinland-Pfalz
Burgruine der Villa Sachsen in Bingen
Burgruine im Hanggarten der Villa Sachsen in Bingen

Arbeiten sind für die Bewahrung und den Erhalt des Ensembles dringend nötig

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Bestandssicherung der künstlichen Burgruine im Hanggarten der Villa Sachsen in Bingen mit 55.000 Euro. Robert Sommer, DSD-Ortskurator Mainz, wird am Mittwoch, den 10. Juni 2026, um 11.00 Uhr an der Villa Sachsen, Mainzer Straße 184, den entsprechenden Fördervertrag symbolisch an Carola de Decker, Generaldirektorin der buddhistischen Glaubensgemeinschaft Soka Gakkai in Deutschland, K. d. ö. R, überreichen. Dabei sein wird auch Thomas Kirsch von Lotto Rheinland‑Pfalz.

Gefördert werden Maurerarbeiten an der Burgruine als Teil einer umfassenden Bestandssicherungsmaßnahme. Ziel ist es, akute Gefährdungen zu beseitigen und die historische Substanz des Ensembles dauerhaft zu sichern. Die Mittel können dank der zahlreichen privaten Spenden an die DSD – 25.000 Euro stammen aus dem Gartenfonds für Rheinland‑Pfalz – und der Erträge der Lotterie Glücksspirale bereitgestellt werden.

Der Aussichtsturm der einst künstlich geschaffenen Burgruine wurde 2002 durch einen Brand erheblich geschädigt. Die jetzt geförderte Maßnahme dient der dringend notwendigen Sicherung, um den Verlust bauzeitlicher Oberflächen, Putz‑ und Farbfassungen im Innenraum zu verhindern. Weitere Arbeiten zur Instandsetzung des Turms sollen folgen.

Die Burgruine mit Turm im Hanggarten der Villa Sachsen muss vor 1869 entstanden sein, da sie in Bertold Auerbachs Roman „Das Landhaus am Rhein“ von 1869, in dem die Villa Sachsen Hauptschauplatz ist, bereits erwähnt wurde. Die Burgruine ist Teil der spätromantischen Gartenanlage am Steilhang des Rochusberges oberhalb des Rheins. Das Ensemble besteht aus einer stilisierten Burgruine mit fünfeckigem Turm und Aussichtsplateau, flankierenden Mauerwerken sowie einem Thermen‑ und Wasserspeicherbau, der ursprünglich vermutlich für Wasserspiele im Garten genutzt wurde.

Der Park ist als spätromantischer Landschaftsgarten gestaltet, dessen Wegeführung, Blickachsen, dekorative und meist zweckfreie Staffagebauten und Wasserläufe gezielt die Landschaft inszenieren. Die Anlage hat herausragende landschaftliche Gestaltung, Komfort und Zeitgeist durch moderne Technik wie Wasserpumpen, Stau-Becken, Beleuchtung und einer Beheizung des Aussichtsturms verbunden; ein in der Region vermutlich einmaliges Konzept.

Die Villa entstand ab 1843 als klassizistisches Herrenhaus und wurde in mehreren Bauphasen zu einem weitläufigen Anwesen mit Parkanlage erweitert. Nach wechselnden Nutzungen – vom Wohnhaus über ein Weingut – wird das Ensemble seit den 1990er‑Jahren als buddhistisches Kulturzentrum der Soka Gakkai genutzt. Der Name Villa Sachsen geht auf Unternehmer Ernst Mey aus Leipzig, Gründer der Firma Mey und Edlich, zurück. 

Die Instandsetzung der Burgruine und des Hanggartens soll etappenweise fortgeführt werden. Die Villa Sachsen gehört wegen des besonders gestalteten Gartens am Hang mit Serpentinenweg, Wasserachse und Ausblicken und der landschaftlichen Lage zu den bedeutsamsten Ensembles ihrer Art. Auch im Hinblick auf die bevorstehende Bundesgartenschau 2029 im Welterbe Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal ist die Anlage von Bedeutung. Die Anlage soll dann unter anderem zum Tag des offenen Denkmals mit fachkundigen Führungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Burgruine ist eines der mehr als 360 Denkmale, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge der Treuhandstiftungen und der GlücksSpirale in Rheinland-Pfalz bisher fördern konnte.

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Burgruine im Hanggarten der Villa Sachsen in Bingen
Burgruine im Hanggarten der Villa Sachsen in Bingen

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