Die denkmalgeschützte Villa und der gleichzeitig wichtige Gedenkort ist derzeit in Gefahr. Der Eigentümer will das Bauwerk aus Gründen wirtschaftlicher Unzumutbarkeit abreißen lassen. Der LVR–Amt für Denkmalpflege im Rheinland hat in einer Stellungnahme bereits festgestellt, dass ein Abriss aus den vorgetragenen Gründen nicht gerechtfertigt sei. Ihrerseits ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereit, Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Die Villa ist eine wichtige Erinnerungs- und Gedächtnisstätte für die Verbrechen, die an der jüdischen Bevölkerung verübt wurden. Die repräsentative Fabrikantenvilla in Kirchberg bei Jülich, die Ende des 19. Jahrhunderts neben einer Papierfabrik errichtet worden war, wurde nach der Enteignung durch die NS 1938 eigens als Auffanglager für die Juden umgebaut.
Das dunkle Kapitel der Geschichte der Villa als „Zwischenstation zum Holocaust“ war vor wenigen Jahren Gegenstand eines Schulprojektes am Heilig-Geist-Gymnasium Würselen im Rahmen des Schulprogramms „denkmal aktiv“ der DSD. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich ein Schuljahr lang am Beispiel der Villa Buth mit dem gesellschaftlichen Ausschluss der Juden bis hin zur Deportation und Vernichtung im Holocaust auseinander. Dem Engagement der Heranwachsenden folgte kurz darauf eine Publikation des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. Dem von Timo Ohrndorf und Iris Gedig herausgegebenen Buch „Villa Buth – Zwischenstation zum Holocaust“ liegt ein von den Schülerinnen und Schülern erarbeiteter Begleitfilm bei. Nun will der Eigentümer, der seinerzeit noch die Buchveröffentlichung mitfinanziert hat, das Gebäude abreißen.