25.01.2024

Historischer Ort Villa Buth ist in Gefahr

Nordrhein-Westfalen

DSD begrüßt Schweige- und Gedenkmarsch

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) begrüßt den von der Bürgerinitiative „Villa Buth, gegen den Verfall für das Leben“ geplanten Schweige- und Gedenkmarsch für den Erhalt des Denkmals Villa Buth in Jülich-Kirchberg. Der Marsch soll am Holocaust-Gedenktag, Samstag, den 27. Januar 2024, gegen 17.30 Uhr von der Pfarrkirche Kirchberg aus starten und zum 1938 von den NS-Behörden beschlagnahmten Gebäude führen. Das sogenannte „Judenhaus“ des damaligen Kreises Jülich diente als Sammellager für die bevorstehende Deportation der jüdischen Bevölkerung ins Konzentrationslager Theresienstadt und in die Vernichtungslager.

Die denkmalgeschützte Villa und der gleichzeitig wichtige Gedenkort ist derzeit in Gefahr. Der Eigentümer will das Bauwerk aus Gründen wirtschaftlicher Unzumutbarkeit abreißen lassen. Der LVR–Amt für Denkmalpflege im Rheinland hat in einer Stellungnahme bereits festgestellt, dass ein Abriss aus den vorgetragenen Gründen nicht gerechtfertigt sei. Ihrerseits ist die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereit, Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Die Villa ist eine wichtige Erinnerungs- und Gedächtnisstätte für die Verbrechen, die an der jüdischen Bevölkerung verübt wurden. Die repräsentative Fabrikantenvilla in Kirchberg bei Jülich, die Ende des 19. Jahrhunderts neben einer Papierfabrik errichtet worden war, wurde nach der Enteignung durch die NS 1938 eigens als Auffanglager für die Juden umgebaut.

Das dunkle Kapitel der Geschichte der Villa als „Zwischenstation zum Holocaust“ war vor wenigen Jahren Gegenstand eines Schulprojektes am Heilig-Geist-Gymnasium Würselen im Rahmen des Schulprogramms „denkmal aktiv“ der DSD. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich ein Schuljahr lang am Beispiel der Villa Buth mit dem gesellschaftlichen Ausschluss der Juden bis hin zur Deportation und Vernichtung im Holocaust auseinander. Dem Engagement der Heranwachsenden folgte kurz darauf eine Publikation des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. Dem von Timo Ohrndorf und Iris Gedig herausgegebenen Buch „Villa Buth – Zwischenstation zum Holocaust“ liegt ein von den Schülerinnen und Schülern erarbeiteter Begleitfilm bei. Nun will der Eigentümer, der seinerzeit noch die Buchveröffentlichung mitfinanziert hat, das Gebäude abreißen.

Villa Buth in Jülich-Kirchberg * Foto: Timo Ohrndorf
Villa Buth in Jülich-Kirchberg * Foto: Timo Ohrndorf
Cover der Publikation zur Villa Buth

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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