Schaubaustelle und Einblicke in ein besonderes Denkmal in Rolandseck
Am Sonntag, den 13. September öffnet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) im Rahmen des Tags des offenen Denkmals die Türen des einstigen Hotel Bellevue in Rolandseck, in Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck. Besucherinnen und Besucher erhalten an diesem Tag seltene Einblicke in das ehemalige Hotel am Rhein.
Eine Schaubaustelle bringt den Besucherinnen und Besuchern Denkmalpflege Schritt für Schritt näher. Im Mittelpunkt steht dabei das Handwerk, das in jedem Bauteil – von historischen Fenstern über Böden bis hin zu Feuerstätten – steckt. Außerdem gibt es Einblicke in die Techniken der Holzkonservierung.
Darüber hinaus laden die Gartenanlagen des ehemaligen Hotels dazu ein, der Atmosphäre der einstigen „rheinischen Riviera“ nachzuspüren. Eine kleine Bewirtung sorgt für das passende Ambiente. Wer möchte, kann zudem Postkarten mit Motiven des Hotels gestalten und direkt vor Ort versenden – ganz wie die Reisenden, die einst Grüße aus Rolandseck in die Welt schickten.
In Kooperation mit dem Arp Museum Bahnhof Rolandseck bietet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zudem vier kostenfreie Ensembleführungen durch den historischen Bahnhof Rolandseck, den Richard-Meier-Bau und das Hotel Bellevue an. Für Familien bietet das Arp Museum von 14.30 bis 17.30 Uhr eine offene Werkstatt im Arp Labor an. Dort können architektonische Details des Bahnhofs Rolandseck, des Richard-Meier-Baus und des Hotels Bellevue für Stempel und Frottagen abgenommen und zu eigenen Motivcollagen verarbeitet werden. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
Das Hotel wurde 1856 von Hotelier Carl Billau direkt am Rhein eröffnet. Zur Zeit der Rheinromantik, die Ende des 18. Jahrhunderts begann und bis ins späte 19. Jahrhundert dauerte, kamen Adelige, Künstler und Reisende aus ganz Europa an den Fuß des Siebengebirges auf der Suche nach Natur und Erholung, als Gegenbewegung zur Industrialisierung.
Ab 1890 führte Joseph Pütz das Hotel und änderte den Namen des Hotels in Hotel Bellevue, bis heute prägend für den Bau. 1899 erwarb die Familie Decker das Hotel, führte es als Hotel Rheingold-Bellevue weiter. Mit dem stetigen Anstieg des Auto- und Bahnverkehrs nach dem Zweiten Weltkrieg ging die touristische Bedeutung von Rolandseck verloren. 1956 erlebte das Hotel die letzte Saison, danach wurden Räume vermietet. Seit Anfang der 1980er Jahre stand das Gebäude leer.
Um dieses bedeutende Zeugnis der Tourismus-, Kultur- und Architekturgeschichte am Mittelrhein dauerhaft zu bewahren, übernahm die DSD das ehemalige Hotel im Jahr 2024. Seitdem wird das Gebäude umfassend restauratorisch und bauhistorisch untersucht, die Substanz dokumentiert. Das Gebäude soll restauriert und wieder nutzbar werden.