1927-1928 von Erich Mendelsohn errichtetes Landhaus ist weitgehend authentisch erhalten
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 15.000 Euro für die Instandsetzung der Außenanlage sowie des Gartens inklusive Garage und kleinem Gewächshaus des Landhauses Dr. Bejach in Berlin Wannsee zur Verfügung. Die Villa gehört seit 2018 zu den über 240 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Berlin fördern konnte. Zuletzt hatte die DSD bereits die Instandsetzung der massiv gebauten Pergola an der südlichen Grundstücksgrenze des Landhauses gefördert.
Die gute Lage und Ausrichtung des Landhauses Dr. Bejach ermöglichen ein hohes Maß an natürlicher Belichtung und teilen das Grundstück in zweit gut proportionierte Gartenbereiche. Der vordere, im Vergleich zum rückwärtigen „stillen Garten“ weitaus größere Gartenteil, wird durch Grundstücksmauer und Hecke vom öffentlichen Straßenraum und Nachbargrundstück abgeschirmt. Die Backsteinmauer ist Teil des Gesamtentwurfs und über die berankten Pergolen mit dem zweigeschossigen Wohnhaus verbunden.
Zum Objekt:
Das 1927/1928 von Erich Mendelsohn für den Arzt Dr. Curt Bejach errichtete Landhaus ist weitgehend authentisch erhalten. Der jüdische Amtsarzt wurde 1933 aus politisch-rassistischen Gründen entlassen und musste sein Haus drei Jahre später zwangsverkaufen. Das Gebäude liegt im hinteren Teil eines tiefen Grundstücks. Das räumliche Zusammenspiel von Wohngebäude, Außenbereichen, Pergola und Garten macht das gesamte Grundstück zu einem Gesamtkunstwerk der Moderne. So gehört auch die Ziegelmauer zum architektonischen Gesamtentwurf. Die horizontale Bänderung aus dunkelroten Klinkerreihen mit hellen Putzstreifen, die sich auch an den Pfeilern der Pergola findet, setzt einen klaren Akzent.Die neue Eigentümerin Dr. Kitty Velmer ist ein Glücksfall für das Baudenkmal. Nach Jahren des Stillstands sorgte sie für die denkmalgerechte Sanierung des hochkarätigen Anwesens. Das Landhaus Dr. Bejach gehört zur Top-Kategorie der Berliner Denkmäler der 1920er Jahre.