Die Türen des Südportals gehören zu den ältesten erhaltenen in Schleswig-Holstein
Bei einem Pressetermin vor Ort am Donnerstag, den 5. März 2026 um 11.00 Uhr überbringt Eiko Wenzel, Ortskurator Flensburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), dank zahlreicher Spenden einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 20.000 Euro für die Lüftung und Reinigung des Inventars der St. Nikolai-Kirche in Kotzenbüll an Pastor Alexander Böhm. Das Gotteshaus gehört nunmehr zu den über 280 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Schleswig-Holstein gefördert hat.
Zum Objekt
Die Nikolaikirche in Kotzenbüll auf Eiderstedt besteht aus einem für eine Dorfkirche ungewöhnlich großzügig dimensionierten Backsteinbau. Sie steht an der Stelle einer bereits 1365 erwähnten Vorgängerkirche, deren unterer Turmteil bis heute erhalten ist. Der Turm war ursprünglich ohne Westportal angelegt. Im Erdgeschoss schloss das Kirchenschiff über einen Spitzbogen an, es war einst von einem gemauerten Kreuzgratgewölbe überspannt. Im 15. Jahrhundert wurde der ältere Bau durch den heutigen spätgotischen Backsteinbau ersetzt.
Die Kirche weist einen kreuzförmigen Grundriss auf, ein breites, aber kurzes Hauptschiff mit zwei Jochen, einem nahezu ebenso breiten Chor mit halbrundem Abschluss sowie zwei kurzen Querarmen. Seitdem in der Mitte des 19. Jahrhunderts das ursprüngliche Gewölbe entfernt wurde, überspannt eine durchgehende Holzbalkendecke den Innenraum. Dieser ist besonders durch seine reiche historische Ausstattung geprägt. Aus der spätgotischen Zeit stammen der dreiteilige Hochaltar von 1506, der um 1752 barock umgestaltet wurde, das Taufbecken, das Chorgestühl sowie eine eindrucksvolle Triumphkreuzgruppe aus der Zeit um 1500. Zur barocken Ausstattung zählen außerdem die reich geschnitzten Abendmahlsbänke, die Kanzel und die großformatigen Epitaphien aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Hervorzuheben sind zudem die spätgotischen Türen des Südportals mit kunstvollem Faltwerk. Sie zählen zu den ältesten erhaltenen Kirchentüren in Schleswig-Holstein und konnten dendrochronologisch auf das Jahr 1471 datiert werden.
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