17.04.2026

Klettern in der Kirche? – Vortrag befasst sich mit Umnutzung von Sakralbauten

Rheinland-Pfalz
Zwei hohe, rechteckige Säulen mit quadratischen Feldern stehen in einem Kirchenraum mit gotischen Fenstern und einer bemalten Wand im Hintergrund
Ein Beispiel für eine erweiterte Kirchennutzung ist die evangelische Paulikirche in Soest, die nun auch als Kolumbarium dient.

Veranstaltung im Ratssaal in Bad Münstereifel am 4. Mai 2026

Das Ortskuratorium Euskirchen/Eifel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) – unter Leitung von Dr. Roswitha Steinbrink – lädt am Montag, 4. Mai 2026, um 18.30 Uhr zu einem Vortrag in den Ratssaal Bad Münstereifel, Marktstraße 11-15, ein. 

Der Abend beschäftigt sich mit dem Thema Umwidmung und Nachnutzung von entwidmeten und entweihten Kirchengebäuden. Jan Ermel, Historiker und Mitarbeiter der DenkmalAkademie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) wird den Vortrag halten. 

Viele Sakralbauten werden bereits nicht mehr genutzt und stehen leer. Über 500 Kirchen sind allein in den vergangenen Jahren entweiht und entwidmet worden. Viele weitere werden in der nahen Zukunft vermutlich dazu kommen. Die Gefahr eines Totalverlusts ist unter Umständen hoch.

Eine wichtige Frage ist deshalb welcher nachhaltige und denkmalverträgliche Weg begangen werden kann, um sakrale Bausubstanz zu erhalten und neu zu nutzen? Welche Nachnutzungsoptionen sind denkbar und wo sind Grenzen der Umsetzbarkeit erreicht? Diese und weitere Fragen wird Jan Ermel im Vortrag erörtern und gelungene Beispiele für eine Umnutzung vorstellen.

„Eine ungenutzte Kirche ist der schlechteste Fall. Eine Umnutzung, Neunutzung oder erweiterte Nutzung sollte fast immer möglich sein. Selbst eine nicht optimale Nutzung unter dem Aspekt der gebauten grauen Energie ist immer noch besser als ein Abriss und Neubau. Eine neue Nutzung, ein Beispiel ist hier die Kletterkirche Mönchengladbach, kann auch einen Ort für eine neue Gemeinschaft schaffen, wenn auch ohne religiösen Kontext“, so Ermel.

Die Veranstaltung im Ratssaal findet mit freundlicher Unterstützung der Stadt Bad Münstereifel statt und die Zuhörer und Zuhörerinnen werden an diesem Abend vom Bürgermeister der Stadt Bad Münstereifel, Sebastian Glatzel, begrüßt werden.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz freut sich aber über Spenden, die die Arbeit der Stiftung für den Erhalt von Denkmalen in ganz Deutschland unterstützen. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist erbeten und unter www.denkmalschutz.de/denkmale-erleben/terminkalender.html über den entsprechenden Termin möglich. 

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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