Hochbedeutendes Baudenkmal, das über kraftvoll gestaltete Gebäude und Räume verfügt
Ein Fördervertrag über 150.000 Euro der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Anstrengungen des Fördervereins Kloster Flechtdorf e.V. bei der Sanierung des Rentmeisterhauses des Klosters. Ermöglicht wird die Förderung durch zahlreiche Spenden sowie die Erträge der Lotterie GlücksSpirale.
Der Förderverein Kloster Flechtdorf e. V. kaufte 2007 den Westflügel der alten Abtei, die Hälfte des Südflügels, das ehemalige Rentmeisterhaus sowie ein Stall- und Scheunengebäude im Westen. Seither haben Bauzustands-, Baualters- sowie restauratorische Voruntersuchungen an den Gebäuden stattgefunden, in denen der Förderverein ein Infozentrum für das Kloster einrichten will. Im zweiten Abschnitt ist ein gastronomisches Angebot für den regen Wandertourismus geplant. Für die übrige Bebauung existieren Ideen, ein Seminarzentrum einzurichten.
Die nun anstehende Sicherung und Sanierung des Rentmeisterhauses ist dringend notwendig. Das in die Bauphasen 1653/1654 und 1680 datierte, aber auch noch mittelalterliches Mauerwerk aufweisende Rentmeisterhaus weist gravierende Schäden an nahezu allen Bauteilen auf - am Sockelmauerwerk, an der Fachwerkfassade und den anschließenden Innenwänden, an Dachstuhl und Dach. Die geplanten Maßnahmen dienen der Instandsetzung im Sinne der Substanzerhaltung.
Das Kloster Flechtdorf ist ein hochbedeutendes Baudenkmal, das über kraftvoll gestaltete Gebäude und Räume verfügt. Das große bürgerschaftliche Engagement des Fördervereins mit über 260 Mitgliedern tritt hier für den Erhalt des Ensembles ein und arbeitet nach Kräften an einem tragfähigen Nutzungskonzept, der Einwerbung von Fördermitteln und der Wahrnehmung der Bauherrenrolle für die laufenden Bauabschnitte.
1101 stifteten Graf Erpo von Padberg und seine Frau Beatrix von Itter ein Benediktinerkloster in Boke, das wenige Jahre später nach Flechtdorf verlegt wurde. Im Hoch- und Spätmittelalter entwickelte sich das wohlhabende Kloster zu einem wichtigen religiösen Wallfahrtsort mit einem wundertätigen Marienbild und der Reliquie des heiligen Landolin. Die Reformation 1525 und die nachfolgende Aufhebung der Klöster in der Grafschaft Waldeck führten ab 1535 zur Auflösung des Konvents. Der letzte Abt wurde 1580 abgesetzt. 1602 wurde das Vermögen des Klosters eingezogen. Das Klostergut führte man als gräfliche Domäne weiter, die Klosterkirche wurde zur evangelischen Gemeindekirche und die Klostergebäude dienten als Hospital für arme und alte Kranke. 1890 wurde mit dem Bau eines neuen Hospitalgebäudes begonnen, das 1963/1965 durch einen Anbau wesentlich erweitert wurde. 1968 pachtete der Landkreis das Altenheim. Im Jahr darauf wurden die vier älteren wohltätigen Stiftungen Waldecks in der Waldeckischen Landesstiftung zusammengelegt. Die landwirtschaftlich genutzten Gebäude - Westflügel und Teile des Südflügels des ehemaligen Klosters - wurden verkauft. Heute wird das Alten- und Pflegeheim Landeshospital Flechtdorf durch die Alten- und Pflegeheime des Landkreises Waldeck-Frankenberg gemeinnützige GmbH geführt. Die Kirche blieb im Besitz der Landesstiftung.
Kloster Flechtdorf gehört seit 2010 zu den über 300 Projekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale, der Lotterie von Lotto, die Gutes tut, allein in Hessen fördern konnte.
Weitere Informationen: https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2026/3/DiN_Diemelsee.php