02.10.2026

Können Bauwerke expressiv sein?

Veranstaltungen Nordrhein-Westfalen

Die Epoche der expressionistischen Architektur

Am Donnerstag, den 29. Oktober 2026 um 19.00 Uhr nimmt der Architekturhistoriker Thomas Brandt unter dem Titel „Können Bauwerke expressiv sein?“ seine Zuhörer mit in eine Epoche, in der Architektur zum Ausdruck von Emotionen, Visionen und Aufbruchstimmung wurde. Der Vortrag zeigt zu Beginn Quellen auf, aus denen sich die Entwicklung des architektonischen Expressionismus speist. Vorgestellt werden im RomaNEum Neuss, Brückstraße 1 in 41460 Neuss darüber hinaus die expressionistischen Werkphasen von Hans Poelzig, Hans Scharoun, Otto Bartning und Fritz Höger. Der Vortrag schließt mit Verweisen auf Beispiele des Stils in Neuss und Umgebung sowie auf typische Bauelemente des Expressionismus. Zu dem Vortragsabend lädt das Ortskuratorium Neuss der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) ein. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.denkmalschutz.de/anmeldung. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Arbeit der DSD wird gebeten.

Am Ende des Ersten Weltkrieges entsteht im Deutschen Reich eine neue Architektursprache, deren Vorläufer schon 1915 als „expressionistisch“ beschrieben werden. Sie arbeitet mit kristallingezackten, kurvigen und organischen Linien, die zur Ausdruckssteigerung eingesetzt werden, im Gegensatz zu den nüchternen, geraden Linien des Neuen Bauens, für die das Bauhaus steht. Im nördlichen Deutschland entwickelt sich der Backsteinexpressionismus, während sich ab Ende der 1920er Jahre Elemente des Stils mit denen des Art Déco und des neusachlichen Bauens vermischen. Viele namhafte deutsche Architekten entwerfen einige Jahre ihres Schaffens Gebäude, die dem expressionistischen Stil verpflichtet sind, so vor allem Otto Bartning, Peter Behrens, Dominikus Böhm, Fritz Höger, Wilhelm Kreis, Erich Mendelsohn, Hans Poelzig oder Hans Scharoun. Vier Gebäude, die in keiner Architekturgeschichte fehlen dürfen, bilden den Auftakt des Stils: das Glashaus auf der Werkbund-Ausstellung von Bruno Taut in Köln (1914), das große Schauspielhaus von Hans Poelzig in Berlin (1919), der Einsteinturm von Erich Mendelsohn in Potsdam (1920-1922) und das Chilehaus von Fritz Höger in Hamburg (1922-1924).

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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