22.09.2017

Kolonnaden der Glienicker Brücke in Potsdam sind fertig restauriert

Brandenburg

Weltkulturerbe gesichert

Am Dienstag, den 26. September 2017 um 9.00 Uhr wird der Abschluss der Restaurierungsarbeiten an den Kolonnaden der Glienicker Brücke in Potsdam im Beisein von Oberbürgermeister Jann Jakobs gefeiert. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) hatte in den vergangenen Jahren durch vielfache Benefizaktionen die Restaurierung der Säulenarchitektur an dem weltbekannten Flussübergang unterstützt und insgesamt rund 110.000 Euro für die Wiederherstellungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt, um die brandenburgische Landeshauptstadt bei dieser anspruchsvollen und dringend notwendigen Restaurierungsmaßnahme an einem prägenden Kulturdenkmal zu unterstützen.

Die Standsicherheit der Kolonnaden war lange stark gefährdet. Die inneren Stahlverbindungen der aus Wünschelburger Sandstein bestehenden Säulenarchitektur waren gerostet. Die damit verbundene Volumenzunahme führte zu Rissen und gefährdete die Säulen und Gesimse der die Brücke seitlich begrenzenden Konstruktion. Die beiden Kolonnaden wurden nacheinander abgebaut und mit Edelstahlverbindungen wiedererrichtet. Auch der einzeln stehende Pylon – Pfeiler – wurde restauriert.

Die Glienicker Brücke war im 17. Jahrhundert zunächst ein schmaler Holzübergang. Nach und nach ersetzte man diesen durch zwei weitere Übergänge. Anfang des 20. Jahrhunderts folgte die „plumpe Eisenkonstruktion“, über die die Fachwelt spöttelte. Den Spaziergängern und Radfahrern gefiel die Stahlträgerkonstruktion jedoch und die Brücke avancierte rasch zum beliebten Ausflugsziel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut, diente die Brücke als Grenzübergang zwischen Ost und West. Von 1953 bis zum Mauerfall im November 1989 war sie nur mit Sondergenehmigung zu passieren. Im Kalten Krieg erlangte sie zwiespältigen Ruhm als Austauschpunkt für Agenten. Seit 1990 gehört das Ensemble zum Weltkulturerbe Potsdam.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte seit 1985 aus Spenden, Erträgen ihrer treuhänderischen Stiftungen, Geldauflagen, Nachlässen und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, über eine halbe Milliarde Euro für weit über 5.200 bedrohte Baudenkmale in ganz Deutschland zur Verfügung stellen. In Potsdam förderte die DSD über 50 Objekte. Ihre Arbeit unterstützt dort ein ehrenamtliches Ortskuratorium unter der Leitung von Ines C. Koch. 

Glienicker Brücke in Potsdam © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Glienicker Brücke in Potsdam © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Glienicker Brücke in Potsdam © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Glienicker Brücke in Potsdam © Roland Rossner/Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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