Plakette weist auf Förderung hin, die Sanierungen an Fassade, Dach und Fenstern ermöglichte
Am Kornhaus in Meißen wird künftig eine Bronzeplakette mit der Aufschrift „Gefördert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz“ (DSD) auf die Unterstützung für die Restaurierung des Bauwerks hinweisen.
Dr. Reinhard Plüschke, DSD-Ortskurator Meißen, wird die Bronzetafel vor Ort am Freitag, den 24. April 2026, um 10.00 Uhr an Tom Lauerwald von der Otto‑und‑Emma‑Horn‑Stiftung Meißen, die das Gebäude 2023 gekauft hat, übergeben.
Das Kornhaus befindet sich an einem prominenten Standort unmittelbar neben Albrechtsburg und Meißner Dom und ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt. Mit der Anbringung der Bronzeplakette wird dauerhaft sichtbar gemacht, dass die DSD zur Erhaltung dieses besonderen Denkmals beitragen konnte: Mit bisher über 1,7 Millionen Euro konnten dank großzügiger privater Spenden Restaurierungsarbeiten am Dach, an der Außenfassade und an den historischen Fenstern des Kornhauses gefördert werden.
Das Dach selbst ist etwas Besonders, da die untere Dachebene durch ein freitragendes Längstragewerk und Hängesäulen frei von Stützen ist; eine technische Meisterleistung aus dem 15. Jahrhundert.
Zum Objekt
Das Kornhaus in Meißen ist ein bedeutendes Zeugnis der sächsischen und deutschen Geschichte. Es wurde 1491 als Bestandteil der von Arnold von Westfalen erbauten Albrechtsburg an der Nordseite des Domplatzes errichtet. Das monumentale Gebäude wurde ursprünglich für die Lagerung von Getreide und als Vorratsdepot genutzt. Nach dem Einzug der Porzellanmanufaktur auf der Albrechtsburg 1710 dienten die Gewölbe als Laboratorium und ab 1746 zur Lagerung.
Bereits 1866 gab es erste Pläne, das Gebäude zu einem Funktionsgebäude für temporäre Aufenthalte und Festlichkeiten des sächsischen Hofes umzubauen. Nach der Realisierung des Umbaus in den späten 1870er Jahren lebten König Albert und seine Frau Carola in der ersten Etage des Kornhauses. Zwei Drittel der heutigen Bausubstanz stammen noch aus der Erbauungszeit, ein weiteres Drittel geht auf neugotische Umbauten im 19. Jahrhundert zurück.
Der Eigentümer saniert das Objekt nach und nach. Nach der Sanierung der Außenfassade folgt der Innenausbau. In den oberen Etagen entstehen Mietwohnungen. Das Erdgeschoss mit Kreuzgewölbe und quadratischen Säulen, einst Stallung für um die 80 Pferde, soll künftig Raum für Ausstellungen und Messen bieten oder zweitweise für Veranstaltungen vermietet werden. Auch für den großen Dachboden des Kornhauses gibt es eine Nutzungsidee: Die Dachdecker-Innung möchte hier eine Ziegelausstellung präsentieren.
Das Kornhaus ist eines der über 880 Objekte, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein im Freistaat Sachsen dank ihrer Förderer, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der GlücksSpirale unterstützen konnte.
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