Auch Arbeiten am Sakramentshaus werden unterstützt
Restaurierungsarbeiten am spätgotischen Sakramentshaus und am Hochaltar des ehemaligen katholischen Kreuzherrenklosters in Welschbillig im Kreis Trier-Saarburg werden von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit 10.000 Euro gefördert. Möglich ist die Förderung dank zahlreicher privater Spenden und der Lotterie GlücksSpirale.
Das Sakramentshaus, in dem das Abendmahlsbrot bzw. die Oblaten aufbewahrt werden, soll von Verschmutzungen befreit werden. Geschädigte Bereiche sollen zudem stabilisiert und fehlende Bauteile ergänzt werden. Am Hochaltar sind Reinigungsmaßnahmen, die Sicherung gelockerter Zierelemente sowie punktuelle Ergänzungen vorgesehen.
Der Hochaltar aus der Mitte des 15. Jahrhunderts ist eines der herausragenden Ausstattungsstücke: Der reich geschnitzte Flügelaltar zeigt im Zentrum eine plastisch ausgearbeitete Darstellung der Muttergottes mit Kind, flankiert von Apostelfiguren und weiteren bildhauerischen Elementen. Charakteristisch sind die differenzierte Darstellung der Kleidung (Gewandführung) und die feine Ausarbeitung der Figuren, was auf eine hohe kunsthandwerkliche Qualität hinweist.
Das rund 9,5 Meter hohe steinerne Sakramentshaus stammt aus dem Jahr 1525. Es weist einen mehrgeschossigen Aufbau mit spitz zulaufenden Türmchen, Figuren, naturalistisch nachgebildetem Astwerk und dekorativen Elementen auf und ist ein eindrucksvolles Beispiel spätgotischer Steinmetzkunst. Sakramentshäuser veranschaulichen die gesteigerte Eucharistiefrömmigkeit im Christentum – die Danksagung und das Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu – des späten Mittelalters.
Das ehemalige Kreuzherrenkloster liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Trier und geht in seinen Ursprüngen auf das 15. Jahrhundert zurück, eine erste Erwähnung gab es 1240 als Hospiz. 1485 gründete der kurtrierische Kanzler Ludolf von Enschringen das Kreuzherrenkloster; die erste Klosterkirche wurde 1489 geweiht. Nach Plünderung und zeitweiser Aufgabe im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Anlage ab 1740 neu aufgebaut.
Die heutige Kirche entstand zwischen 1747 und 1784 nach Plänen des Mainzer Baumeisters Gottfried Scheidweiler unter Einbeziehung des noch vorhandenen spätgotischen Altarraums. Neben der Kirche und dem barocken Klostergebäude gehören ein Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert sowie ein Wirtschaftsgebäude zu der denkmalgeschützten Gesamtanlage auf dem Helenenberg.
1925 übernahmen die Salesianer Don Boscos, ein römisch-katholischer Männerorden, das damalige Eduardstift, in dem von den Franziskanern 140 Jungen betreut wurden. Heute beherbergt der weitläufige Komplex das Jugendhilfezentrum Don Bosco mit Wohn- und Betreuungsangeboten. Die Messen in der Klosterkirche als Ordenskirche der Salesianer stehen allen Menschen offen.
Das ehemalige Kreuzherrenkloster in Welschbillig ist eines der mehr als 360 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Rheinland-Pfalz fördern konnte.