24.02.2026

Liebfrauenkirche in Arnstadt

Thüringen
Liebfrauenkirche in Arnstadt
Liebfrauenkirche in Arnstadt

Restaurierung zweier Fenster wird gefördert

Bei einem Pressetermin vor Ort am Freitag, den 27. Februar 2026 um 10.00 Uhr überbringt Lars Ludwig, Ortskurator Erfurt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale einen symbolischen Fördervertrag über 8.000 Euro für die Restaurierung zweier Fenster der Liebfrauenkirche in Arnstadt im Beisein von Corinna Heller von Lotto Thüringen an Pfarrer Dr. Matthias Rüß. Das Gotteshaus gehört seit 1996 zu den jetzt über 590 Denkmalen, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Thüringen gefördert hat.

Die Siedlung Arnstadt am Fuße des Thüringer Waldes zählt zu den ältesten deutschen Städten, die vermutlich auf einen in vorgeschichtlicher Zeit genutzten Siedlungsplatz zurückgeht. Das Stadtrecht erhielt der Ort 1266. Um 1200 bereits begann unter den Äbten von Hersfeld der Bau der Liebfrauenkirche, aus dieser Zeit stammen die schweren Mauern der Turmunterbauten und der Wände. So steht das Langhaus auf einem einheitlichen Sockel aus dieser Zeit. Jedem der quadratischen Mittelschiffsjoche entsprechen zwei Seitenschiffsjoche.

Zum Objekt:

Während das Untergeschoß des mächtigen Querbaus und die Doppelturmfassade noch dem romanischen Stil folgen, lässt sich an den Portalen, den Fensterlaibungen und dem Langhausinneren der Stilumschwung Mitte des 13. Jahrhunderts ablesen. So wird das südliche Seitenschiff zwar schon von Strebepfeilern gestützt, weist jedoch noch eine Gliederung mit romanischen Rundbogenfriesen auf. Das Südportal mit seiner spitzbogigen Laibung stammt aus der Frühgotik, das aufwendigere Nordportal wird mit einem Tympanon des 13. Jahrhunderts mit der Kreuzigungsszene bekrönt. Die Ostanlage entstand 1280 bis 1330 und wurde als dreischiffige Halle erbaut. Das westliche Joch ist als Querhaus mit quadratischer Vierung ausgebildet. Ende des 13. Jahrhunderts entstand dann in den Formen der Hochgotik der dreischiffige Hallenchor. Er schließt nord- und südöstlich mit Seitenchören ab, in deren Winkeln zum Vorjoch hin Treppentürme eingesetzt sind.

Als Stadtkirche einer prosperierenden Handelsstadt, aber auch als Grabkirche der Grafen von Schwarzburg, erhielt die Liebfrauenkirche eine reiche Ausstattung. Nach der „Umnutzung“ des Kirchenbaus durch französische Truppen nach 1813 als Magazin und der Wiederherstellung in klassizistischen Formen von 1880 bis 1888 ist man heute bestrebt, die ursprünglichen Formen und Ausstattungselemente wiederherzustellen. Aus dieser Zeit stammt etwa die Öffnung des Chorumlaufgangs sowie die Erneuerung des Glockenturmdachs.Im Westen öffnet sich die zwischen der Doppelturmfassade liegende Vorhalle mit einem Rundbogen und der darüber liegenden Empore zum Mittelschiff. Die Langhauswände werden horizontal durch Arkaden, Emporen und rundbogige Obergadenfenster bestimmt. Die Arkadenbögen liegen auf starken Haupt- und schwächeren Zwischenpfeilern. Während Langhaus und Hallenchor mit von Rundpfeilern getragenen Kreuzrippengewölben abgeschlossen werden, sind die Seitenschiffe kreuzgratgewölbt.

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