Müllerwohnhaus aus dem 17. Jahrhundert
Dach- und Mauerwerksarbeiten bei der Gesamtsanierung des ehemaligen Schweinestalls des Museums Moorseer Mühle in Nordenham-Abbehausen unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale mit 50.000 Euro. Der Ortsteil Abbehausen befindet sich westlich von Nordenham und das Mühlenmuseum liegt etwas außerhalb im Dörfchen Moorse an der Straße nach Butjadingen.
Die bereits für 1613 an dem Standort belegte Windmühle wurde im 18. Jahrhundert durch eine Bockwindmühle ersetzt, die 1854 abbrannte. Danach wurde im Jahr darauf die heutige Mühle als Galerieholländer errichtet. 1903/1904 wurde der Oberbau der Mühle erneuert und gleichzeitig ein Maschinenhaus mit Dampfmaschine errichtet, um unabhängig vom Wind arbeiten zu können. Ab 1929 war ein Elektromotor im Einsatz.
Ältester Teil der Anlage ist das Müllerwohnhaus, das im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammt. Weiterhin gehört eine Remise zur Hofanlage sowie ein ehemaliger Schweinestall, der 1840 errichtet und 1930 erweitert wurde. Noch bis in die 1960er Jahre wurde Mehl gemahlen, eine Bäckerei bestand noch bis in die 1970er Jahre. Dann begann die Umwandlung zur musealen Nutzung, seit 1998 wird das „Museum Moorseer Mühle“ vom Rüstringer Heimatbund e.V. betrieben.
Die hohe Windmühle mit dem benachbarten Maschinenhaus nebst erhaltenem Schornsteinstumpf bilden das Zentrum der Anlage. Westlich davor befindet sich die Wagenremise, östlich dahinter stehen das reetgedeckte und verputzte einstige Müllerwohnhaus und das 1991 in Form eines Wohn-/Wirtschaftsgebäudes mit Ziegeldach errichtete Museumshauptgebäude. Am östlichen Ende des Grundstücks folgt das Stallgebäude mit Garküche für die Schweinemast auf rechteckigem Grundriss, der jüngere Anbau von 1930 schließt sich nördlich an.
Das Stallgebäude besteht aus zwei Baukörpern ähnlicher Gestalt aus unterschiedlichen Bauphasen. Das ältere der beiden Gebäude aus dem Jahr 1840 verkörpert exemplarisch den für die Region typischen Baustil jener Zeit. Der Bau dokumentiert und symbolisiert die historische Bedeutung der bäuerlichen Schweinehaltung.
Das Museum gehört nunmehr zu den über 580 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte.