DSD unterstützte auch Rettung bedeutender Wandgemälde und Arbeiten an Schlossbrücke
Das Schieferdach von Schloss Gödens in Sande-Gödens muss dringend erneuert werden. Hilfe dabei gibt es von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die die Erneuerung der Schiefereindeckung von Uhrenturm und Turmgauben mit einem Fördervertrag über 100.000 Euro unterstützt; das ist möglich dank der zahlreichen privaten Spender, die die DSD unterstützen und mithilfe von Mitteln aus der Lotterie GlücksSpirale.
Micaela Schweers-Sander vom Ortskuratorium Wilhelmshaven der DSD wird den Fördervertrag am Freitag, 10. April, 16.00 Uhr, symbolisch an Maximilian Graf von Wedel, in dessen Familie Schloss Gödens seit 1746 durch Heirat in Besitz ist, überreichen.
Zum Objekt
Zur Anlage gehören das Wasserschloss, ein Backsteinbau, das Burgtorgebäude, die Vorburg, das ehemalige Orangeriegebäude, das Mausoleum und eine Parkanlage. Es existiert ein doppeltes Grabensystem; der innere Wassergraben umgibt Schloss, der äußere die Gesamtanlage.
Die Herrlichkeit Gödens war ein Adelssitz beziehungsweise Herrschaftssitz im Osten der ostfriesischen Halbinsel und gehörte zur Grafschaft Ostfriesland und Stammsitz der Herrschaften von Gödens. Es wurde als sogenannter Häuptlingssitz gebaut und später zum Grafensitz. „Hovetlinge“, also Häuptlinge, nannten sich im Mittelalter Gutsbesitzer an der Nordseeküste, die keinem Fürsten unterworfen waren. Häuptling Hicko von Oldersum ließ ab 1517 eine erste Wasserburg mit Zugbrücke errichten. Nach einem Brand im Jahr 1669 ließ Freiherr Haro Burchard von Frydag das Schloss wieder aufbauen, allerdings prächtiger als zuvor. Wenig später wurde Frydag in den Stand eines Grafen erhoben.
Der neun Meter hohe Festsaal wurde vom Berliner Hofmaler Augustin Terwesten bis zur Decke mit mythologischen Szenen wie dem Sturz des Ikarus gestaltet. Diese Malereien sind von besonderer Bedeutung, weil Terwestens Deckengemälde in den Berliner Schlössern im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, auf Schloss Gödens blieb die Arbeit des Künstlers erhalten. Als die wertvollen Wandgemälde von Schimmel und Schwamm bedroht waren, unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2010 und förderte die Restaurierung des Barocksaals. Später gab es Unterstützung für Arbeiten an der großen Schlossbrücke, am Mausoleum und am Burgtor.
Die bis heute von den Grafen Wedel bewohnte Burg wird von der Stiftung Kulturerbe Schloss Gödens verwaltet und ist nur bei Veranstaltungen teilweise zu besichtigen. Der Schlosspark ist für Besucher zugänglich. Zweimal jährlich findet eine Landpartie mit Musik, Händlerständen, Schlossführungen statt, nämlich am Pfingstwochenende und am ersten Adventswochenende. Konzerte im Barocksaal und Theater im Schlosspark sind weitere öffentliche kulturelle Angebote. Zudem kann auf dem Anwesen geheiratet werden. Die Schlossanlage Gödens ist eines der bedeutendsten Baudenkmale der Region und ein kultureller Schwerpunkt im Nordwesten.
Das Schloss ist eines der über 580 Denkmale in Niedersachsen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz mithilfe der Lotterie Glücksspirale und zahlreicher privater Spenden bisher unterstützen konnte.
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