20.11.2025

Neues Fundament für den Essigturm in Brilon

Nordrhein-Westfalen
Essigturm in Brilon
Essigturm in Brilon

Letztes bauliches Zeugnis der Verkohlungsindustrie in Brilon-Wald

Bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 25. November 2025 um 11.30 Uhr überbringt Rolf Klostermann, Ortskurator Sauerland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), in Anwesenheit von Rüdiger Beul von WestLotto dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 56.000 Euro für die Neufundamentierung am Essigturm in Brilon an Dr. Christian Dresel von der Dominit Immobilien GmbH. Der Turm gehört nunmehr zu den über 880 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Zum Objekt:

Südlich der Stadt Brilon im Ortsteil Brilon-Wald, kurz vor der Grenze zu Hessen, liegt der sogenannte Essigturm. Lange Zeit war die Verkohlungsindustrie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt Brilon. Nach dem Abbruch zahlreicher Betriebsgebäude stellt der Essigturm heute das letzte Relikt dieses Industriezweiges dar. Das Bauwerk in unmittelbarer Nähe zum ebenfalls denkmalgeschützten Bahnhof ist ein überaus anschauliches Zeugnis der örtlichen Wirtschaftsentwicklung. In Verbindung mit der 1873 fertiggestellten Eisenbahnlinie von Hagen nach Warburg und dem Holzreichtum der Gegend ergab sich hier 1880 der Ausschlag für die Ansiedlung einer Holzkohlefabrik, die für die stahlerzeugenden Betriebe erforderlich war. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts trat die Holzkohle jedoch in den Hintergrund und Nebenprodukte wie Rohholzessig und Holzteer rückten in den Fokus, woraufhin der Essigturm errichtet wurde.

Bei dem Essigturm handelt es sich um ein 1903-1904 errichtetes schmales, dreigeschossiges Backsteingebäude über rechteckigem Grundriss mit einem zweigeschossigen, turmartigen Aufsatz. Die Fassaden werden teils gegliedert durch paarweise zusammengefasste, rundbogige Eisensprossenfenster, Lisenen und umlaufende Backsteingesimse. Im Erdgeschoss der Giebelseite befindet sich eine große rundbogige Toröffnung. Das Innere des Gebäudes ist nicht durch Geschosse unterteilt, sondern enthält eine über die gesamte Höhe reichende Eisentreppe mit mehreren Arbeitsbühnen.  

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Essigturm in Brilon

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