31.07.2019

Nordische Stabkirche in Stiege wird DSD-Förderprojekt

Sachsen-Anhalt

Translozierung zum Schutz gegen Vandalismus

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt für die notwendigen Erhaltungsmaßnahmen an der nordischen Stabkirche in Stiege in Oberharz am Brocken 27.750 Euro zur Verfügung. Der Fördervertrag erreicht Monika Uecker vom Stabkirche Stiege e. V. in diesen Tagen. Die wohl von einem geheilten Tuberkulosepatienten der nahen Lungenheilstätte 1905 gestiftete Holzkirche gehört zu über 580 Projekten, die die private DSD bislang dank Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen und der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.

Die Stabkirche wurde südöstlich von Stiege, im Selketal, kurz vor dem Ort Friedrichshöhe auf einer Anhöhe im Wald in Nachbarschaft zur 1897 erbauten Lungenheilstätte Albrechtshaus erbaut. Die Planung stammt von dem Zimmermeister R. Witte aus Osterwieck nach dem Vorbild der Stabkirche zu Wang im Riesengebirge.

Der einschiffige Holzbau in Blockbauweise mit westlichem Vorraum und Chor wurde durch die mehrfach gestaffelten Pult- und Giebeldächer, einem Dachreiter und geschnitzten Drachenköpfen recht lebhaft gestaltet. Zwei Säulen tragen das Pultdach über dem Eingang. Fünf Ornamentfenster, drei davon mit christlichen Motiven, belichten den Altarraum, drei große bleiverglaste Fenster an den Längsseiten der Kirche den Innenraum. Diesen hat man holzsichtig belassen, die Hölzer wurden dunkel lasiert. Eine westliche Empore prägt das Innere, dessen Dachstuhl offen ist. Die Innenausstattung stammt noch aus der Erbauungszeit.

Die nordische Stabkirche von Stiege ist ein Unikat in Sachsen-Anhalt. Nach einem Großbrand, der die leerstehende Lungenheilstätte Albrechtshaus 2013 zerstört hatte, kam es bei der unbeschädigten, jedoch ungenutzten Kirche vermehrt zu Einbrüchen und mutwilligen Zerstörungen. Schon 2010 waren Sicherungsmaßnahmen an Türen und Fenstern getroffen worden, die das zu einsam im Wald liegende Kirchengebäude nicht wirksam schützen konnten.

Nun möchte der 2014 gegründete Verein „Stabkirche Stiege“ die dem Vandalismus ausgelieferte Kirche im Einverständnis mit der Landesdenkmalpflege an einen neuen Standort im Zentrum von Stiege verbringen. Der Denkmalstatus wird bei einer fachgerechten Translozierung nicht berührt. Der Verein erwarb dazu bislang Grundstück und Kirche und plant nun die erforderlichen Sicherungsarbeiten und vorbereitenden Maßnahmen vor der Translozierung. Für noch anstehende Untersuchungen und Überlegungen bat man die DSD eigens um Unterstützung. Künftig wird der Bau kulturell und kirchlich genutzt.

Nordische Stabkirche in Stiege © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner
Nordische Stabkirche in Stiege © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner
Innenraum der nordischen Stabkirche in Stiege © Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Wegner

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

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