Der später bekannte Baumeister verbrachte hier seine Kindheit und Jugend
Für die Notsicherung des sogenannten Klenze-Hauses in Liebenburg-Heißum stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 30.000 Euro zur Verfügung. Das Herrenhaus des namensgebenden ehemaligen Guts Heißum befindet sich mitten in dem kleinen Dorf, das zur Gemeinde Liebenburg im Harzvorland nördlich von Goslar gehört.
Auf dem Rittergut Heißum der Ringelheimer Grafen von der Decken entstand um 1700 das erhaltene Herrenhaus. Gotthelf Friedrich Klenze, der im Fürstentum Braunschweig-Wolfbüttel als Hofrat tätig war, erbte es 1792. Sein Sohn, der spätere bekannte Baumeister Franz Karl Leopold von Klenze (1784-1864), verbrachte hier seine Kindheit und Jugend. Kurz nach 1900 wurde am Ostgiebel des Herrenhauses ein Anbau hinzugefügt, der laut einem historischen Plan als Waschhaus diente. Bis 2008 war der Bau bewohnt, seither steht er leer und verfällt zusehends.
Der langgestreckte zweigeschossige, verputzte Fachwerkbau hat in der Gebäudemitte einen Zugang mit kleiner Freitreppe, der durch einen Zwerchhausgiebel hervorgehoben ist. Ein Walmdach mit kleinen Gauben deckt den Bau. Hochrechteckige Fenster belichten die Innenräume. Einige Fenster und die Treppe sind erhalten, wobei der Gesamtzustand des Hauses inzwischen dramatisch schlecht ist. Neben dem Haupthaus ist auch die historische Umfassungsmauer erhalten.
Das Klenze-Haus in Heißum gehört nunmehr zu den über 580 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, deren Destinatär sie ist, allein in Niedersachsen fördern konnte.