Instandsetzung des Instruments von Saarbrücker Christkönig-Kirche kann beginnen
Damit die 71 Register der Orgel der Christkönig-Kirche in Saarbrücken wieder uneingeschränkt erklingen können, unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) die Instandsetzung mit einem Fördervertrag in Höhe von 70.000 Euro, was dank zahlreicher privater Spenden und mithilfe der Glücksspirale Saarland möglich ist. Damit kommt die Förderung aus Bonn einem Instrument zugute, dass von Bonner Händen geschaffen wurde: Die Orgel stammt aus der Bonner Orgelwerkstatt Klais, die auch die Instandsetzungsarbeiten übernehmen wird.
Professor Markus Otto vom Ortskuratorium Saarbrücken wird den Fördervertrag am Dienstag, den 31. März, um 10.00 Uhr an Pfarrer Markus Wirth überreichen. Kantor Armin Lamar wird vor Ort sein und erläutern, welche Restaurierungsarbeiten an der Orgel konkret vorgesehen sind.
Zum Objekt
1933 wurde die Orgel von der Bonner Orgelbauwerkstatt Klais erbaut und in den 1950er und 1960er Jahren erweitert. Hatte die Orgel anfangs 45 Register und drei Manuale, verfügt sie nach zwei Erweiterungen in den Jahren 1953 und 1959/60 über 71 Register und 4.836 Pfeifen, verteilt auf vier Manuale. Diese Klais-Orgel ist damit nicht nur die größte Orgel im Saarland, sondern auch im Bistum Trier.
Das Klangbild der Orgel, die den Orgelbau der 30er-Jahre repräsentiert, wird als Zeitdokument gewertet. Das Instrument, eine romantische Kegelladenorgel (ca. 1850–1930) ist typisch für die deutsche Romantik, oft mit pneumatischer Traktur und weichem, orchestralem Klangbild. Sie ist das Dokument einer abgeschlossenen Stilepoche im Orgelbau und gleichzeitig beeinflusst von der elsässischen Orgelreform und der frühen „Orgelbewegung“. Der Gedanke: Dunkle und gesättigte Klangfarben der Romantik und die Tradition der barocken Silbermann-Orgeln mit ihrem hellen, strahlenden Klang zusammenführen. Vergleichbare Orgeln wie in Christkönig sind selten zu finden, etwa im Frankfurter Dom oder in der Christkönigkirche in Antwerpen.
An der Klais-Orgel in der Saarbrücker Christkirche haben Organisten von Weltrang musiziert, darunter Josef Zimmermann (Köln), Fernando Germani (Rom), Clarence Ledbetter (Washington, USA), Marcel Dupré (Paris) oder Andreas Rothkopf (Saarbrücken).
Die Kirche wurde 1927 auf 380 Eisenbeton-Bohrpfählen, die neun Meter in die Tiefe reichen, gegründet und konnte schon im Juli 1929 eingesegnet und genutzt werden. Das Gotteshaus ist im sogenannten architektonischen Expressionismus gestaltet und damit eine Seltenheit, da es sich um eine nur kurze Epoche im Kirchenbau handelt, die nach dem Ende des Ersten Weltkriegs begann und bis Ende der 1920er Jahre praktiziert wurde. Typisch für diesen Architekturstil sind runde und gezackte Formen und kantige, spitze Ornamente oder Skulpturen, die die Fassaden gestalteten. Gebaut wurde vor allem mit Backsteinen.
Die Christkönig-Kirche in Saarbrücken ist eins von über 360 Denkmalen im Saarland, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz mithilfe der Lotterie Glücksspirale und zahlreicher privater Spenden, bisher unterstützt hat. Welche Denkmale, die DSD im Saarland noch unterstützt hat, finden Sie hier: www.denkmalschutz.de/denkmale-erhalten/foerderprojekte-sl.html
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