11.05.2026

Preisverleihung „scheinbar-unscheinbar“ der Stiftung „Kleines Bürgerhaus“

Häuser an einer Straße mit Bäumen davor.
Der Bautyp „Kleines Bürgerhaus“ repräsentiert Wohn- und Lebensformen der ‚kleinen Leute’ in den letzten 500 Jahren. Die Stiftung „Kleines Bürgerhaus“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Zeugen der Alltagskultur im Kulturraum Ostwestfalen-Lippe zu bewahren.

Festveranstaltung im Freilichtmuseum Detmold

Am Sonntag, den 17. Mai 2026 um 15.30 Uhr wird der Preis „scheinbar unscheinbar“ der treuhänderischen Stiftung „Kleines Bürgerhaus“ in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) durch den Stiftungsvorsitzenden Dr. Fred Kaspar vergeben. Mit der Auszeichnung werden herausragende Leistungen zur Erhaltung, Erforschung und Vermittlung „Kleiner Bürgerhäuser“ gewürdigt. Die Preisverleihung findet in der Scheune Kroll im Paderborner Dorf des LWL-Freilichtmuseums Detmold im Rahmen des Tages der kleinen Häuser statt. Grußworte sprechen die stellvertretende Museumsleiterin Gefion Apel und DSD-Vorstand Dr. Steffen Skudelny.

2026 geht das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro zu gleichen Teilen an zwei Preisträger: Die Geschwister Sabine und Ralf Thiel-Siling werden die Auszeichnung für das später als Jagdhütte genutzte Waldarbeiterhaus, Vogelsberg 2 in Balve-Garbeck entgegennehmen, während Professor Dr. Ralf Klimpel für das Stadtmusikantenhaus, Martinikirchhof 10 in Minden gewürdigt wird. Beide Preisträger hatten sich mit einem wegweisenden Rettungs- und Nutzungskonzept um den Preis beworben. Das Waldarbeiterhaus steht für die intensive Bewirtschaftung des Waldes. Es erzählt anschaulich sowohl von dem mühevollen Leben der Waldarbeiter wie dem gesellschaftlichen Treiben in einer Jagdhütte. 

Die ausgezeichnete Baugruppe des Stadtmusikantenhauses unmittelbar neben dem Turm der Martinikirche besteht aus zwei eigenständig gestalteten Bauteilen. Von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis 1834 lebte hier der Stadtmusikant, der mit einem kleinen, von ihm geleiteten Orchester bei festlichen Gottesdiensten aufspielte. Das Haus macht recht anschaulich, in welchen bedrängten und engen räumlichen Verhältnissen in einer reichen Stadt Bedienstete leben mussten.

Neben der Preisverleihung haben bereits ab 11.00 Uhr Geschichtenerzähler in mehreren Gebäuden wie Kötterhäusern, Kuhstall oder Scheune für Märchen, Sagen und Geschichten vom Leben in kleinen Häusern das Wort. Um 12.30 Uhr nimmt Ulla Grünewald mit einem Erfahrungsbericht und einem Plädoyer die Angst vor alten Häsern.

Der Preis „scheinbar-unscheinbar“ wurde gestiftet, um einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung der nur scheinbar unscheinbaren Häuser als wichtige architektonische Zeugen der Alltagskultur unserer Vorfahren zu vermitteln. Der Preis wird seit 2010 alle zwei Jahre in drei Kategorien vergeben: „Grundlagenforschung“, „Öffentlichkeitsarbeit, Vermittlung und Präsentation“ sowie „Dokumentation und wegweisendes Rettungskonzept“. Prämiert werden herausragende Leistungen in der Erforschung, Dokumentation oder Präsentation des Bautyps „Kleines Bürgerhaus“ in Westfalen-Lippe, die die Bau- und Lebensformen rund um diesen Bautyp beispielhaft vermitteln. 

Ab 11.00 Uhr stellen in der Scheune Kroll im Paderborner Dorf des Freilichtmuseums die Preisträger der vergangenen Jahre in der Ausstellung „scheinbar unscheinbar“ ihre Projekte vor.

Die Einladung zur Preisverleihung und die Würdigungstexte von Dr. Fred Kaspar für beide Bauwerke siehe Downloads.

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