2006/2007 wurde die Johanneskirche zur Kirche des Jahres in Sachsen-Anhalt gewählt
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt die Putzsanierung im Inneren der Johanneskirche in Halle mit 30.000 Euro. Die Förderung des Gotteshauses ist dank zahlreicher Spenden möglich. 1892-1893 wurde die Johanneskirche im Süden der Stadt Halle als Klinkerbau in gotisierenden Formen auf freiem Feld errichtet. Erst 1911-1927 erfolgte dann die Bebauung des Umfelds der Kirche mit dem Johannesviertel. Die Bebauung des oval angelegten Johannesplatzes ist hierbei symmetrisch auf den Kirchenbau ausgerichtet. Sie ist das erste größere Bauwerk des Halleschen Architekten Friedrich Fahro. Die Kirche zählt mit ihrer prägnanten Architekturgestaltung und als Teil einer städtebaulichen Gesamtplanung zu den wichtigen Baudenkmälern der Region Halle.
Zum Objekt
Die dreischiffige Hallenkirche wird im Osten von einem eingezogenen 5/8-Chor und im Westen von einem hohen Turm mit Spitzhelm ergänzt. Sie ist im Innern kreuzrippengewölbt und mit einer dreiseitig umlaufenden Empore ausgestattet. Nördlich und südlich des Turms befindet sich je ein Treppenturm, am Chor eine Umbauung mit Sakristei.
Nachdem die Kirche 1977 durch die Landeskirche aufgegeben und nur noch als Materiallager genutzt wurde, begann man erst wieder 1991 mit der Wiederinstandsetzung der völlig desolaten Kirche. Zunächst wurde der Turmhelm saniert, das Schiffdach provisorisch geflickt und der Innenraum von ABM-Kräften geputzt.
2006/2007 wurde die Johanneskirche zur Kirche des Jahres in Sachsen-Anhalt gewählt. Ausschlaggebend dafür war vor allem das hohe Engagement der Gemeinde, die heute ein kulturelles und soziales Zentrum des Stadtviertels ist. 2006 erfolgte die Turmsanierung mit Dach, Fassade und Seitentürmen, zudem standen Maßnahmen zur Schwammbekämpfung an den Emporen an. Anschließend unterstützte die DSD die Dachsanierung des Schiffs, des Chors, der Sakristei und des Sakristeiumgangs. Außerdem erfolgten die Fassadeninstandsetzung und die Sanierung der Chorfenster.
Von Bedeutung ist die Kirche auch als ein Symbol der Nachwendezeit. 1977 von der Landeskirche aufgegeben, konnte 1993 wieder eine Andacht in der notdürftig hergerichteten Kirche gefeiert werden. Die Gemeinde verfügt über einen ungewöhnlichen Zuwachs an Gemeindemitgliedern, insbesondere jungen Familien mit Kindern.
Das Haus gehört seit 2008 zu den heute über 680 Projekten, die die private DSD dank Spenden sowie der Mittel aus der Lotterie GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte.