Orgel in St. Oswaldi vor über 200 Jahren von Johann Wilhelm Schmerbach gebaut
Die Erneuerung der historischen Schmerbach‑Orgel in der Dorfkirche St. Oswaldi im Northeimer Ortsteil Bühle wird von der der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) mit über 80.000 Euro unterstützt. Das ist dank zahlreicher privater Spenden konkret für den Erhalt von Dorfkirchen und mithilfe von Mitteln aus der Lotterie GlücksSpirale möglich.
Schäden an Pfeifenwerk, Mechanik und Orgelgehäuse machen eine umfassende Restaurierung des Instruments erforderlich, damit es langfristig erhalten und bespielt werden kann. Weite Teile des Pfeifenbestands stammen noch aus der Bauzeit. Aufgrund des guten Erhaltungszustands und hohen Anteils originaler Substanz zählt die Schmerbach-Orgel in Bühle zu den bedeutenden Denkmalorgeln in Südniedersachsen.
Zum Objekt:
Die Orgel wurden zwischen 1815 und 1819, als auch eine umfassende Neugestaltung der Kirche erfolgte, von Johann Wilhelm Schmerbach dem Mittleren gebaut. Schmerbach entstammt einer deutschen Orgelbauerfamilie aus Frieda bei Eschwege, die im 18. und 19. Jahrhundert in Nordhessen, im Eichsfeld und in Südniedersachsen Orgeln schuf. Johann Wilhelm Schmerbach der Mittlere ist der Enkel des Begründers Conrad Schmerbach. Die Orgel in St. Oswaldi verfügt heute über elf Register im Manual und drei Pedalregister.
Die St.-Oswaldi‑Kirche in Bühle ist eine im Kern mittelalterliche Kirche. Der massive Natursteinbau auf einem Kirchberg oberhalb des Leinetals prägt bis heute das Ortsbild und liegt zentral neben dem Gemeindehaus. Erhalten sind vor allem die Umfassungsmauern mit einem vieleckigen Abschluss des Altarraums. Im Fachwerkanbau von 1647 finden sich die Glocken sowie ein Teil des Hardenberg’schen Erbbegräbnisses. 1586 wurde dort als Erster Jost von Hardenberg beigesetzt, dem wegen eines Konfessionswechsels die Bestattung in der (katholischen) Kirche von Nörten-Hardenberg verweigert wurde. Nach der Beisetzung des Feldmarschalls Christian Ludwig von Hardenberg († 1781) wurde die Gruft dauerhaft verschlossen.
Um 1700 wurde der Westturm der Kirche errichtet. Der heutige Haupteingang an der Nordseite ist durch eine Inschrift auf 1714 datiert. Der flachgedeckte Saal ist durch den klassizistischen Kanzelaltar im Osten und die Orgelempore im Westen geprägt. Die Schmerbach‑Orgel wird regelmäßig in Gottesdiensten genutzt und ist fester Bestandteil von Konzerten, etwa im Rahmen des jährlichen Orgelfestivals „Vox Organi“ in Südniedersachsen.
Die Schmerbach-Orgel in Bühle ist eins von über 580 Denkmalen, die die DSD bisher aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen sowie den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale in Niedersachsen gefördert hat. Und die Bühler Orgel ist nicht die erste Orgel in Northeim, für die es Unterstützung von der Stiftung gibt. 2025 hat die Gemeinde der Northeimer St.-Sixti-Kirche für die Erneuerung und Reinigung ihrer mehr als 300 Jahre alten Orgel einen Fördervertrag über 140.000 Euro erhalten. Der Orgelprospekt des von Johann Hinrich Gloger erbauten Instruments soll die weltweit größte komplett erhaltene Schauseite einer Gloger-Orgel sein.
Mehr Infos: www.denkmalschutz.de/pressemitteilung/die-orgel-in-der-st-sixtikirche-in-northeim.html