Eine der ältesten Kirchen Mecklenburgs mit reicher Bau- und Ausstattungsgeschichte
Bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 22. September 2026 um 10.00 Uhr überbringt Jürgen Hansen, Ortskurator Schwerin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 10.000 Euro für die Restaurierung der Altarfiguren Aaron und Moses in der St. Marienkirche Groß Salitz an Pastor Christian Schnepf. Die Maßnahme fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank ihres Dorfkirchenfonds.
Die St. Marienkirche im Ortsteil Groß Salitz der Gemeinde Krembz im Landkreis Nordwestmecklenburg zählt zu den ältesten Kirchen Mecklenburgs. Ihr Baubeginn liegt in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Das Gotteshaus wurde zunächst als dreischiffige Basilika errichtet und später erweitert. Heute präsentiert es sich als Pseudobasilika mit einem frühgotisch geprägten Langhaus und einem hochgotischen Chorabschluss. Die verschiedenen Bauphasen sind bis heute am Baukörper ablesbar und machen die Kirche zu einem bedeutenden Zeugnis mittelalterlicher Kirchenbaukunst in der Region.
Wahrscheinlich diente die Kirche im Mittelalter als Wallfahrtskirche. Darauf weisen die ungewöhnlich reiche Gestaltung sowie die Vielzahl architektonischer und bildhauerischer Details im Außen- und Innenbereich hin. Besonders bemerkenswert ist die Fülle an Schmuckformen. Der Chor schließt in einem Fünfachtelschluss, während sich an den Seiten zahlreiche bauliche Besonderheiten erhalten haben, die die lange und wechselvolle Geschichte des Gotteshauses dokumentieren.
Mit der Geschichte der Kirche ist auch die Familie von Lützow eng verbunden. Nachdem das Gotteshaus zunächst unter dem Patronat des Kirchherrn zu Gadebusch stand, ging dieses später auf die Familie von Lützow über. Davon zeugen bis heute die vermauerte Lützowsche Grabkapelle, die Patronatsempore sowie zwei Epitaphien aus dem 16. Jahrhundert. Im Bereich der Grabkapelle fällt das Mauerwerk durch Wechselschichten aus roten und schwarz glasierten Klosterformatsteinen auf. Daneben haben sich Zierziegel mit Reliefdarstellungen und ein Rundbogenfries erhalten.
Die Kirche musste im Laufe ihrer Geschichte wiederholt Schäden bewältigen. So wurden Teile des Gewölbes zerstört, als der Kirchturm im Jahr 1648 einstürzte. Anschließend errichtete man vor der Westwand einen hölzernen Turm mit verschindeltem Pyramidendach und stellte das südliche Seitenschiff wieder her. Zu den bedeutenden Ausstattungsstücken gehört außerdem die noch heute bespielte Orgel des Orgelbauers Friedrich Friese (I), die 1818/1819 entstand und zu den historischen Klangzeugnissen Mecklenburgs zählt.
Das Gotteshaus gehört nunmehr zu den über 660 Denkmalen, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Mecklenburg-Vorpommern fördern konnte.
FÜR PRESSEVERTRETER:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.