55.000 Euro für die Instandsetzung der erhaltenen und historisch wertvollen Gusseisenfenster
Dr. Reinhold Kolck vom Ortskuratorium Stade der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) wird am Montag, den 6. Juli 2026 um 11.30 Uhr, in Estorf, Osterberg 18, einen Fördervertrag über 55.000 Euro an Denkmaleigentümer Christian Engels überreichen. Möglich ist die Unterstützung dank der privaten Förderer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der Mittel der Lotterie Glücksspirale.
Mit der Förderung werden erste wichtige Sanierungsschritte an der denkmalgeschützten Alten Schmiede ermöglicht. Das Gebäude, das lange leer gestanden hat, soll umfassend saniert und nach derzeitigen Plänen künftig als Wohnhaus genutzt werden. Mit ihrer Förderung unterstützt die DSD konkret die denkmalgerechte Restaurierung der bauzeitlichen gusseisernen Rundbogenfenster.
Das 1111 erstmals urkundlich erwähnte Dörfchen Estorf liegt im Landkreis Stade rund 50 Kilometer westlich von Hamburg und unweit des Elbezuflusses Oste in landwirtschaftlich geprägter Umgebung. Die ehemalige Dorfschmiede wurde um 1880 errichtet und steht am südlichen Ortsrand von Estorf. Der eingeschossige, traufständige, also mit dem Dachfirst parallel zur Straße verlaufende, Backsteinbau mit Satteldach ist durch eine schlichte Fassadengliederung geprägt.
Die bis heute erhaltenen großformatigen, gusseisernen Rundbogenfenster mit Sprossenteilung und in jüngerer Zeit vorgelagerten, hölzernen Fensterläden sind historisch besonders wertvoll.
Im Inneren finden sich zudem der historische Schmiedeofen mit gemauerter Esse sowie ein ungewöhnlich reich gegliederter Schornsteinkopf.
Als typisches Beispiel eines ländlichen Handwerksbetriebs des ausgehenden 19. Jahrhunderts besitzt das Gebäude hohen Zeugniswert für die Orts- und Baugeschichte. Auch städtebaulich kommt ihm Bedeutung zu, da es das Straßenbild mitprägt. Seit 1989 ist die Schmiede als Einzeldenkmal in die Denkmalliste des Landes Niedersachsen eingetragen.
Die Restaurierung der Alten Schmiede ist notwendig, da zahlreiche Schäden vorliegen: Ein Großteil der Verglasung ist beschädigt, Teile der Holzbalkendecke sind durch Feuchtigkeit beeinträchtigt, und in einigen Öffnungen fehlen Fenster vollständig, sodass das Gebäude derzeit der Witterung ausgesetzt ist.
Die Alte Schmiede in Estorf ist eines der mehr als 580 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Niedersachsen fördern konnte.
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