15.000 Euro für die denkmalgerechte Instandsetzung der historischen Fenster
Für einen weiteren wichtigen Sanierungsabschnitt der Villa von Strauß in Bückeburg gibt es Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD): Die denkmalgerechte Restaurierung der fast 160 Jahre alten historischen Kastenfenster aus Eichenholz wird mit 15.000 Euro gefördert. Möglich ist die Unterstützung dank der privaten Spender der DSD und Erträgen der Lotterie GlücksSpirale.
Geschädigte Holzbauteile sollen instandgesetzt, die historischen Beschläge überarbeitet und der Anstriche nach historischem Vorbild erneuert werden. Die Arbeiten sind wichtig, damit die wertvollen historischen Fenster dauerhaft erhalten bleiben und Schäden durch eindringende Feuchtigkeit verhindert werden. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz verschiedene Sanierungsmaßnahmen an der Villa unterstützt, so etwa 2009 darunter Arbeiten am historischen Sichtmauerwerk. Am Klinkermauerwerk gab es Abplatzungen und Fugen waren herausgebrochen, so dass eine Überarbeitung notwendig wurde.
Die auf einem Eckgrundstück an der Georgstraße gelegene neugotische Villa aus Backstein wurde 1864/65 nach Plänen des Architekten Conrad Wilhelm Hase gebaut. Hase, nach dessen Plänen auch die Rekonstruktion des Alten Rathauses in Hannover entstanden ist, gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Neugotik des 19. Jahrhunderts. Diese Stilrichtung des Historismus, der vergangene Epochen wieder aufleben ließ und Stilvielfalt propagierte, orientierte sich an Formen der mittelalterlichen Gotik.
Der zweigeschossige Backsteinbau ist eines der wichtigsten erhaltenen Wohnhausprojekte des bedeutenden Architekten und Begründers der Hannoverschen Architekturschule. Charakteristisch sind die neugotischen Fassaden mit reich gestaltetem Ziegelschmuck und dem markanten Übereckfialengiebel zur Georgstraße hin – ein Ziergiebel der Neugotik und der Hannoverschen Architekturschule, bei dem schlanke, pyramidenförmige Zierelemente an den Giebelschrägen oder -kanten stehen.
Das Gebäude war Wohnsitz bedeutender Mitglieder der Familie von Strauß und Torney und ist zugleich das Geburtshaus der Schriftstellerin Lulu von Strauß und Torney. Aufgrund seiner architektonischen Qualität und seiner städtebaulichen Wirkung prägt die Villa bis heute das Erscheinungsbild der Georgstraße. Im Inneren haben sich zudem bedeutende Teile der historischen Ausstattung erhalten, darunter Fenster, Stuckaturen, Schnitzereien, Öfen und Wandmalereien. Das Baudenkmal wird weiterhin zu Wohnzwecken genutzt.
Die Villa von Strauß in Bückeburg ist eines der mehr als 580 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Niedersachsen fördern konnte.