Mit den Arbeiten soll das unspielbare Instrument wieder spielbar werden
Für die Restaurierung der Orgel in der katholischen Pfarrkirche St. Marien in Markt Bibart wird Herbert van Beek, Leiter des Ortskuratoriums Bamberg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), am Donnerstag, den 16. Juli 2026, um 11.00 Uhr symbolisch einen Fördervertrag über 30.000 Euro an Pfarrer Joseph Michael überreichen. Die Mittel, die die umfassende Instandsetzung der historischen Seuffert-Bittner-Orgel unterstützen, können dank der privaten Spender der DSD und der Lotterie GlücksSpirale bereitgestellt werden.
Die seit mehr als 30 Jahren nicht bespielte Orgel soll grundlegend saniert und restauriert werden. Das Instrument ist stark verschmutzt, weist Schimmelbefall und Schäden durch Holzwürmer auf; zudem sind die Tasten schwergängig und Blasebälge erzeugen nicht mehr genug Luft und Druck. Vorgesehen sind unter anderem folgende Arbeiten: Reinigung, Beseitigung von Schimmel, Restaurierung der Holz- und Metallteile, Instandsetzung des für die Erzeugung und Verteilung der Luft zuständigen Windwerks sowie der für die Tonübertragung nötigen Spiel- und Registertrakturen. Auch das Gehäuse (Prospekt) wird überarbeitet.
Die katholische Pfarrkirche St. Marien geht auf einen Neubau des frühen 17. Jahrhunderts zurück, der unter Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn zwischen 1614 und 1617 errichtet wurde. Der Saalbau mit eingezogenem Altarraum, der schmaler ist als das Kirchenschiff und polygonal abschließt, spitzbogigen Fenstern und markantem Turm mit Pyramidendach prägt das Ortsbild von Markt Bibart. Hinzu kommt eine reiche Innenausstattung mit barockem Hochaltar, klassizistischen Seitenaltären und kunstvoll gestalteter Kanzel.
Die Orgel wurde 1760 vom Würzburger Hoforgelmacher Johann Philipp Seuffert geschaffen. Ursprünglich mit nur einer Klaviatur (einmanualig) und 14 Registern angelegt, wurde das Instrument 1875 durch den Nürnberger Orgelbauer Augustin Ferdinand II. Bittner auf 16 Register erweitert und technisch modernisiert, ein zweites Manual kam hinzu.
In den 1970er Jahren wird neben der von Echter errichteten alten Pfarrkirche eine neue Pfarrkirche gebaut. Das hatte zur Folge, dass die Orgel an Bedeutung verlor und über Jahrzehnte nicht genutzt wurde, was den heutigen Zustand erklärt. Gleichzeitig blieb die Orgel dadurch bis heute in der Form von 1875 erhalten – eine Besonderheit, da viele vergleichbare Instrumente später wieder auf einen vermeintlich barocken Zustand zurückgeführt wurden. Zudem ist die Orgel in St. Marien in Markt Bibart eine der wenigen weitgehend im Originalzustand erhaltenen Instrumente des großen Orgelbauers Seuffert.
Auch die Prospektpfeifen sind original und haben beide Weltkriege unbeschadet überstanden. Mit der Reparatur und Restaurierung soll das derzeit unspielbare Instrument wieder spielbar werden.
Die Pfarrkirche St. Marien in Markt Bibart ist eines der mehr als 680 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Bayern fördern konnte.
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