Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat Restaurierung unterstützt
Mehr als 80 Jahre nach seiner Zerstörung durch einen Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg ist die Restaurierung des Arnstedtschen Epitaphs im Magdeburger Dom abgeschlossen. Das Grabmonument der Familie von Arnstedt ist am Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde der Öffentlichkeit vorgestellt worden. An der Veranstaltung in der Großen Sakristei des Magdeburger Doms haben Vertreter des Fördervereins Dom zu Magdeburg e. V., der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt sowie weitere Projektbeteiligte teilgenommen. Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) war Prof. Christian Antz, Ortskurator Magdeburg dabei, als das Ergebnis der umfassenden Restaurierung des Epitaphs, die die DSD unterstützt hat, vor Ort vorgestellt wurde.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte die Rekonstruktion des im Krieg schwer beschädigten Grabmals in diesem Jahr mit 20.000 Euro. Möglich war die Förderung dank privater Spenden an die DSD und der Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Mehr als 300 geborgene Bruchstücke wurden für die Wiederherstellung des Epitaphs wissenschaftlich untersucht, restauriert und wieder zusammengefügt. Da nur wenige historische Fotos und Beschreibungen existieren, war es eine Herausforderung, das Epitaph mit den geborgenen Originalteilen zu rekonstruieren. Fehlende Elemente wurden mithilfe moderner 3D-Druck-Verfahren ergänzt.
Die Restaurierung begann 2019 und erforderte eine enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen. Beteiligt waren Restauratoren, Wissenschaftler und die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Das Projekt gilt als eines der anspruchsvollsten Rekonstruktionsvorhaben im Magdeburger Dom der vergangenen Jahre. Nach Abschluss der Arbeiten kann das Monument nun wieder in seiner Gänze erlebt werden.
Das um 1610 geschaffene Epitaph erinnert an den Magdeburger Domherrn Friedrich von Arnstedt (1548 bis 1608) und seine Familie. Es zählt zu den besonders aufwendig gearbeiteten Grabmonumenten seiner Zeit im Dom. Das aus Sandstein, Alabaster und Marmor gefertigte Hänge-Epitaph befindet sich im südlichen Seitenschiff und zeichnet sich durch einen Säulenaufbau sowie ein Relief des Jüngsten Gerichts aus. Innerhalb des Doms nimmt es eine Sonderstellung ein, da es das einzige Grabmonument mit einem solchen architektonischen Aufbau ist.
Der Magdeburger Dom, dessen Ursprünge bis ins zehnte Jahrhundert zurückreichen, gilt als erste gotisch konzipierte Kathedrale Deutschlands und prägt bis heute das Stadtbild der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts. Die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat Maßnahmen an dem bedeutenden Bauwerk nicht zum ersten Mal unterstützt. So förderte sie 2017 die Restaurierung des Lettners.Der Magdeburger Dom in Magdeburg ist eines der mehr als 680 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte