14.07.2026

Restaurierung von Moorbauernhaus in Klenkendorf wird gefördert

Niedersachsen

Arbeiten an Reetdach, Fenster und Fachwerk werden mit 95.000 Euro unterstützt

Am Mittwoch, den 15. Juli 2026, um 11.00 Uhr wird Dr. Reinhold Kolck, Leiter des Ortskuratoriums Stade der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), symbolisch einen Fördervertrag über 95.000 Euro an Friederike Kaiser, Eigentümerin des denkmalgeschützten Moorbauernhauses im Klenkendorf 22, überbringen. Klenkendorf ist ein Ortsteil von Gnarrenburg, südlich des Oste-Hamme-Kanals. Im Mittelpunkt der Förderung steht die denkmalgerechte Instandsetzung des historischen Wohn- und Wirtschaftsgebäudes. Möglich ist die Förderung dank der privaten Förderer der DSD und der Lotterie Glücksspirale.

Gefördert werden die Instandsetzung des Dachwerks und die Neueindeckung des Reetdachs, die Reparatur und Rekonstruktion von Fenstern und Türen sowie die Überarbeitung des Fachwerks.

Das Gebäude Klenkendorf 22 gehört zu einer der ab 1823 angelegten Moorsiedlungen mit insgesamt 28 Siedlerstellen, mit denen das Moor urbar gemacht wurde. Das Gebäude gehört damit zur sogenannten Findorffschen Moorsiedlung, zu der auch der Oste-Hamme-Kanal und die vielen Entwässerungsgräben zählen. Laut einer Inschrift wurde das Bauernhaus 1824 gebaut. Laut Bauunterlagen kam 1914 ein zusätzlicher Raum (Kammerfach) hinzu.

Das Haus ist ein typischer Zweiständerbau, also ein Bauernhaus mit zwei tragenden Stützenreihen. Es handelt sich um ein sogenanntes Küchennischenhaus – eine besondere Form des Hallenhauses. Anders als üblich gibt es hier kein offenes Flett (Diele mit Feuerstelle). Stattdessen liegt das Herdfeuer in einer offenen Nische im hinteren Giebel, zwischen den beiden Eckräumen.

Das Fachwerk des Gebäudes ist mit Ziegeln ausgefüllt. Das Dach ist ein Dreiviertelwalmdach und mit Reet (Schilf) gedeckt; im Giebel befindet sich ein sogenanntes Uhlenloch, eine Öffnung zur Belüftung.

Nach einer Phase des Leerstands soll das Gebäude künftig wieder zu Wohnzwecken genutzt werden. Die geplanten Maßnahmen sichern die historische Substanz und stellen zugleich die Bewohnbarkeit unter Wahrung des ursprünglichen Erscheinungsbildes wieder her.

Das Wohn-/Wirtschaftsgebäude in Gnarrenburg-Klenkendorf ist eines der über 580 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Niedersachsen fördern konnte.

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