10.09.2026

Restaurierung zweier Gräber auf Altem St. Matthäus-Kirchhof wird gefördert

Berlin
Grabanlage Grosser/Stöckhardt auf Altem St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg
Grabanlage Grosser/Stöckhardt auf Altem St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg

Hilfe für die Grabanlage Grosser/Stöckhardt und das Mausoleum Klein in Berlin-Schöneberg

Zwei bedeutende denkmalgeschützte Grabanlagen auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg können mit Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) restauriert werden. Dafür werden am Donnerstag, den 17. September 2026, vor Ort die entsprechenden symbolischen Förderverträge übergeben.

Um 16.00 Uhr überreicht Petra Möllenbrock, vom DSD-Ortskuratorium Berlin den Fördervertrag über 26.500 Euro an Wolfgang Schindler vom Förderverein EFEU e. V. für die Restaurierung der schmiedeeisernen Gittereinfassung der Grabanlage Grosser/Stöckhardt einschließlich der erforderlichen Dokumentation. Ebenfalls anwesend ist die Metallbaumeisterin und Kunstschmiedin Gabriele Sawitzki von der Rixdorfer Schmiede, die die Arbeiten durchführen.

Einen weiteren Fördervertrag über 22.000 Euro wird Petra Möllenbrock dann um 16.45 Uhr für die Restaurierung und Dokumentation des ersten Bauabschnitts des Mausoleums Klein übergeben. Entgegennehmen werden ihn Dr. Barbara Arnold und Jan Raue, die Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende vom Verein Restauro in Peace e. V. Dabei sein werden auch Kristina Herresthal und Magnus Creutzfeld von Linie Creutzfeld Architekten, Restauratorin Anke Hirsch sowie weitere Vereinsmitglieder. Restauro in Peace hat es sich im Rahmen eines Patenschaftsvertrags mit der Friedhofsverwaltung zur Aufgabe gemacht, das Denkmal Mausoleum Klein restauratorisch zu sichern, baulich instand zu setzen und zu erhalten.

Die Unterstützung ist in beiden Fällen dank der privaten Spender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale möglich.

Die Grabanlage Grosser/Stöckhardt entstand 1877 als spätklassizistisches Erbbegräbnis der Familie des Geheimen Oberregierungsrates Theodor Grosser. Das Wandgrab mit vorgelegter Gruft besitzt Sandsteinverkleidungen, Sandsteinschwellen und -pfosten sowie eine ursprünglich reich gestaltete schmiedeeiserne Einfriedung. Diese historische Gitteranlage wurde in der Vergangenheit ausgebaut und eingelagert. Heute weist sie Korrosionsschäden sowie Verluste an einzelnen statisch relevanten Bauteilen und Dekorelementen auf. Ihre Restaurierung ist ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes der Grabanlage.

Das Mausoleum Klein gehört zu einer geschlossenen Reihe repräsentativer gründerzeitlicher Mausoleen am westlichen Rand des Friedhofs. Die heute erhaltene Anlage wurde 1911 für den Wirklichen Geheimen Admiralitätsrat Theodor Klein errichtet. Sie entstand auf einer älteren Grabstätte des Ingenieurs und Berliner Stahlbau-Pioniers August Druckenmüller von 1896. Das Bauwerk präsentiert sich als Backsteinrohbau mit verputztem Fries und dekorativen Kunststeinelementen. Besonders prägend sind der Tympanon, ein zurückgesetztes, geschmücktes Giebel- oder Bogenfeld über Portalen oder Eingängen, mit einem von Rosen umwundenen Anker und der Inschrift „Fam. Klein“.

Das Mausoleum weist zahlreiche Schäden auf. Nach dem Verlust der ursprünglichen Dacheindeckung nach dem Zweiten Weltkrieg verfiel die Dachkonstruktion. Zwei ehemals vorhandene Säulen am Portikus gingen vollständig verloren. Hinzu kommen Risse im Bereich des Eingangs, Schäden am Zementgussdekor, Feuchtigkeitsschäden im Inneren sowie ein nur provisorisch gesichertes Fenster. Im ersten Bauabschnitt sollen wichtige Sicherungs- und Restaurierungsmaßnahmen vorbereitet und umgesetzt werden, um den langfristigen Erhalt des Bauwerks zu gewährleisten.

Der Alte St. Matthäus-Kirchhof zählt zu den bedeutendsten Friedhöfen Deutschlands. Zahlreiche Persönlichkeiten des Königreichs Preußen und des Deutschen Kaiserreichs fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Die erhaltenen Grabdenkmale dokumentieren eindrucksvoll die Kunst- und Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts. Der Friedhof besitzt zugleich eine hohe Bedeutung für die Identität des Stadtquartiers rund um die Yorckstraße und wird durch das Engagement des Fördervereins Efeu e. V. erhalten und dessen Bedeutung und Geschichte vermittelt.

Die Grabanlage Grosser/Stöckhardt und das Mausoleum Klein auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof in Berlin sind zwei der mehr als 250 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Berlin fördern konnte.

FÜR PRESSEVERTRETER:
Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.

Grabanlage Grosser/Stöckhardt auf Altem St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

Downloads

Pressemitteilung und Bilder zur freien Verwendung bei Namensnennung: Alle Medien herunterladen (ZIP)

Ansprechpartner

Dr. Ursula Schirmer

Leitung Stabsstelle Presse

Pressesprecherin

Tel. 0228 9091-402

ursula.schirmer@denkmalschutz.de

Thomas Mertz

Leitung

Pressestelle

Tel. 0228 9091-404

thomas.mertz@denkmalschutz.de

Fabian Christmann

Referent

Pressestelle

Tel. 0228 9091-407

fabian.christmann@denkmalschutz.de

Lydia Schauff

Referentin

Pressestelle

Tel. 0228 9091-408

lydia.schauff@denkmalschutz.de

Freianzeigen

Weitere Pressemitteilungen