16.07.2024

Rittergut Haus Vortlage in Lengerich

Nordrhein-Westfalen
Rittergut Haus Vortlage in Lengerich * Foto: Stiftung Rittergut Haus Vortlage

Zugänglich über eine barocke Brücke

Für die Arbeiten am Dach – konkret die Instandsetzung der Dachkonstruktion, die Erneuerung der Dachdeckung, die Reparatur der Dachgauben und die Erneuerung der Dachentwässerung – stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale 100.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag überbringt Heike Knöpke, Ortskuratorin Osnabrück der DSD, bei einem Pressetermin am Freitag, den 19. Juli 2024 um 14.00 Uhr an Professor Dr. Line Kossalapow von der Stiftung Rittergut Haus Vortlage. Das denkmalgeschützte Anwesen zählt nunmehr zu den über 760 Projekten, die die private DSD dank Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.

Etwa einen knappen Kilometer südlich von Lengerich im Ostmünsterland erstreckt sich auf rund 4,5 Hektar das Ensemble Haus Vortlage über zwei Inseln. Bei ihrer Erbauung war die Anlage Lehnsgut der Münsteraner Bischöfe, später Sitz eines Ministerialen der Grafen von Tecklenburg und vom 13. bis 17. Jh. von der Familie von Münster bewohnt. Von 1705 bis 1752 gehörte das Gut der Familie von Grote zu Grotenburg. 1830 ging das Gut erstmalig an bürgerliche Eigentümer und wurde danach noch mehrfach verkauft. Aktuell gehört die Anlage einer gemeinnützigen Stiftung im Bereich Kunst, Kultur und gestalterischer Interaktion.

Das von Gräften umgebene Haus Vortlage stammt in seinem Erscheinungsbild aus dem 18., 19. und beginnenden 20. Jahrhundert. Die Anlage besteht aus dem Herrenhaus, dem Ökonomiebau, mehreren Nebengebäuden, der Remise, dem ehemaligen Hundezwinger, dem Lattenstall, Resten eines Fischteiches, den Fundamenten eines Gartenpavillons, der Brücke zur Hausinsel aus der Zeit um 1730, der Gartenbrücke, der Begräbnisinsel, der Vortlager Allee, dem gestalteten Landschaftsgarten und mehreren Nutzgärten.

Zum Objekt:

Auf der Hauptinsel steht das im Kern aus dem 18. Jahrhundert stammende, in der Folge mehrfach veränderte Herrenhaus. Das Gebäude zeigt sich im Stil einer neobarocken Villa aus der Zeit um 1900/1910. Den Putzbau prägt ein Mittelrisalit mit bekrönendem Dreiecksgiebel und Okulus. An der Nordseite ist ein Wintergarten angebaut. Ein hohes Mansarddach mit Dachhäuschen deckt das Gebäude. Mehrere Anbauten sowie die Wirtschaftsbauten stammen meist aus dem 19. Jahrhundert. Zugänglich wird die Anlage über eine barocke Brücke.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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