Brandenburgische Schlösser GmbH setzt 1.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter aus
Im Italienischen Garten von Schloss Blankensee sind zwei historische Säulen mutwillig schwer beschädigt worden. Die gemeinnützige Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG) als Eigentümerin von Schloss und Park hat Strafanzeige erstattet. Zudem wurde für Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, eine Belohnung von 1.000 Euro ausgesetzt. Festgestellt wurden die Beschädigungen am Sonntagabend, den 26. Juli 2026. Der Tatzeitraum liegt vermutlich zwischen Freitag, dem 24. Juli, und Sonntag, dem 26. Juli 2026.
„Hier wurde ein bedeutender künstlerischer Wert beschädigt. Unsere Vorfahren haben den Park über Generationen mit Hingabe geschaffen und bewahrt. Bis heute haben viele Besucher den frei zugänglichen Park genießen können. Dafür haben wir nicht unerhebliche Spenden dort investiert – und dann wird ein Teil des Gartenkunstwerks mutwillig zerstört. Für mich ist das nicht nur enttäuschend, sondern ein gemeiner Angriff auf die Interessen der Gesellschaft“, sagt Steffen Skudelny, Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die die BSG als Hauptgesellschafter gemeinsam mit dem Land Brandenburg trägt.
Die Restaurierung und Wiederherstellung von Schloss und Park war nur dank zahlreicher Spenden und bürgerschaftlichem Engagement möglich. Die DSD konnte so die Instandsetzung des Italienischen Gartens und die Restaurierung von sechs Skulpturen fördern.
Schloss Blankensee gilt als bedeutendes Beispiel des märkischen Barocks. In der Einheit von Schloss und Park steht die Anlage in Trebbin-Blankensee exemplarisch für die Herrenhauskultur des 18. und 19. Jahrhunderts in der Mark Brandenburg. Das Schloss wurde im Jahr 1740 für den sächsischen Kreishauptmann Christian Wilhelm von Thümen errichtet. Die erste Gestaltung des mehr als vier Hektar großen Landschaftsparks erfolgte in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts nach einem Plan von Peter Joseph Lenné, preußischer Gartenkünstler und General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten.
1902 erwarb der Schriftsteller Hermann Sudermann das Schloss und den nach Lenné gestalteten Park von seinem Freund Victor von Thümen. Die Aufmerksamkeit des Schriftstellers galt vor allen der Umgestaltung des Parks, den er mit der Errichtung von Architekturen, der Aufstellung zahlreicher, vor allem aus Italien stammender, Plastiken in einen „italienischen Garten“ verwandelte. Blankensee diente Sudermann bis zu seinem Tode 1928 als Sommersitz.
Die Gartenarchitektur, die Plastiken und Sichtachsen machen den Park zu einem kunst- und kulturhistorisch wertvollen Gesamtkunstwerk. Die Beschädigung der beiden Säulen trifft daher nicht nur einzelne Bauteile, sondern einen bedeutenden Teil der historischen Gartenanlage.
Es ist nicht das erste Mal, dass es im Park von Schloss Blankensee zu Vandalismus kommt. 2018 sind fünf Skulpturen und die Parkmauer des Schlossparks Blankensee mit pinker Farbe besprüht und beschmiert worden. Die Reinigung war enorm aufwendig, weil das betroffene historische Material teilweise porös war. Im August 2022 sind das Kulissenhaus und die große Rundbank durch Vandalismus und Graffiti beschädigt worden. Im September 2024 wurde die Parkmauer mit Graffiti beschmiert. „Die Beseitigung der Schäden hat jeweils rund 2.000 Euro gekostet“, sagt BSG-Prokuristin Katharina Hecht.