10.09.2026

Sanierung am Öltanklager des ehemaligen Muskatorwerks in Riesa wird unterstützt

Sachsen
Öltanklager des ehemaligen Muskatorwerks in Riesa
Öltanklager des ehemaligen Muskatorwerks in Riesa

50.000 Euro für die Instandsetzung eines bedeutenden Zeugnisses der DDR-Industriekultur

Für die Betonsanierung des Öltanklagers sowie die Aufarbeitung der historischen Fensterfront erhält das ehemalige Muskatorwerk in Riesa Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Den Fördervertrag über 50.000 Euro überreicht Gert Jubisch vom DSD-Ortskuratorium Riesa am Donnerstag, den 17. September 2026 vor Ort um 16.00 Uhr symbolisch an Dr. Steffen Klengel vom Vorstand des Elbland Kunsthalle Muskator e. V., im Beisein von Kerstin Waschke von Lotto Sachsen.

Die geförderte Maßnahme umfasst auch die Instandsetzung der Dachentwässerung und Lüftungsschächte, die Restaurierung historischer Metallbauteile und die denkmalgerechte Aufarbeitung der historischen Industriebeleuchtung und Ausstattung mit moderner LED-Technik.

Möglich ist die Unterstützung dank privater Spenden an die DSD, Mitteln der DSD-Treuhandstiftung Baudenkmalstiftung Nachkriegsmoderne und Erträgen der Lotterie GlücksSpirale.

Das Gelände an der Unterelbe wurde erst später als „Muskator-Areal“ bekannt. Das ehemalige Mischfutterwerk geht auf die Hübler-Mühle zurück, deren Ursprünge bis ins späte 19. Jahrhundert reichen. Nach der Verstaatlichung entwickelte sich der Standort zu einem bedeutenden Betrieb der DDR-Lebens- und Futtermittelindustrie. Auf Grundlage eines Ministerratsbeschlusses von 1964 wurde die Anlage zwischen 1966 und 1969 umfassend zum Kraftfuttermischwerk umgebaut. Es entstanden der weithin sichtbare 40.000 Tonnen fassende Getreidesilokomplex und der markante weiße Maschinenturm. Dank seiner Anbindung an Schiene, Straße und Binnenschifffahrt gehörte der Standort zu den leistungsstärksten seiner Art in Sachsen und spielte eine wichtige Rolle für die Versorgung der Landwirtschaft.

Zum denkmalgeschützten Ensemble gehören die beiden Mühlengebäude der ehemaligen Hübler-Mühle, ein Mehlspeicher, das Silo sowie das später ergänzte Öllager und das Ölheizhaus, die sogenannte „Schmetterlingshalle“. Der Begriff geht auf umgekehrte, leicht nach oben geknickte Wellblechdächer zurück, die in ihrer Form an Flügel erinnern. Die funktionalen Industriebauten aus Stahlbeton zeichnen sich durch eine klare Fassadengliederung und einen für ihre Zeit bemerkenswerten gestalterischen Anspruch aus. Besonders charakteristisch ist die großflächig verglaste Halle des Heizhauses. Eine wesentliche Rolle für die Gesamtwirkung spielt zudem die auf der Dachterrasse des Öltanklagers errichtete Verladerampe, die ebenfalls über ein Schmetterlingsdach verfügt und die Architektur des Heizhauses wieder aufnimmt und das Ensemble harmonisch ergänzt.

Nach der Wiedervereinigung wurde das Werk bis 2013 durch den Düsseldorfer Futtermittelhersteller Muskator weiterbetrieben. Nach der Insolvenz lag das Gelände brach – bis sich im Januar 2024 ein örtlicher Verein für seine Rettung einsetzte und dem ehemaligen Heizhaus mit Kunstausstellungen und Veranstaltungen neues Leben einhauchte.

Die Gebäude prägen bis heute das Stadtbild von Riesa. In exponierter Lage am Elbufer sind sie weithin sichtbar und gelten als wichtige Zeugnisse der Industrie-, Bau- und Ortsgeschichte. Der Komplex dokumentiert die Entwicklung einer traditionsreichen Mühlenanlage und den wirtschaftlichen Aufschwung in der DDR der 1960er Jahre.

Das ehemalige Getreidesilo und Mischfutterwerk in Riesa ist eines der mehr als 880 Denkmale, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Sachsen fördern konnte.

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Öltanklager des ehemaligen Muskatorwerks in Riesa
Öltanklager des ehemaligen Muskatorwerks in Riesa
Öltanklager des ehemaligen Muskatorwerks in Riesa
Ehemaliges Muskatorwerk in Riesa

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