Sommerreise unter dem Motto „Kultur als Anker der Demokratie“ führt auch nach Helmstedt
Im Rahmen seiner diesjährigen Sommerreise unter dem Leitmotiv „Kultur als Anker der Demokratie“ besucht Prof. Dr. Joachim Schachtner, Staatssekretär im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, am Freitag, den 31. Juli 2026, um 10.30 Uhr die Freiwilligen der Jugendbauhütte Niedersachsen auf Kramers Gut in Helmstedt. Der Besuch ist auch eine Würdigung des Engagements junger Menschen für den Erhalt des kulturellen Erbes.
Vor Ort möchte sich Schachtner über die Arbeit der Jugendbauhütte Niedersachsen sowie der Mobilen Einsatzstelle Ostfalen informieren. Die Verbindung von praktischer Tätigkeit, fachlicher Vermittlung, persönlichem Engagement und Zusammenleben macht die Jugendbauhütte zu einem Beispiel für gelebtes demokratisches Lernen. Ermöglicht wird das insbesondere auch durch die finanzielle Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, das die Jugendbauhütte seit 2024 fördert.
Die Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), bieten jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in der Denkmalpflege die Möglichkeit, traditionelle Handwerkstechniken zu erlernen und diese unmittelbar an historischen Gebäuden und Denkmalen anzuwenden. Die Jugendbauhütte Niedersachsen wurde 2009 gegründet und betreut heute 25 Freiwillige an Einsatzstellen im ganzen Bundesland.
Seit 2021 besteht zudem die Mobile Einsatzstelle Ostfalen als Projekt der Jugendbauhütte Niedersachsen. Ein Team aus derzeit zehn Freiwilligen hilft bei der Instandsetzung von Denkmalen dort, wo Unterstützung nötig ist, und wechselt von Einsatzstelle zu Einsatzstelle. Dadurch sammeln die jungen Freiwilligen vielfältige praktische Erfahrungen in der Denkmalpflege, der Restaurierung und im Handwerk. Kramers Gut in Helmstedt ist inzwischen mehr als ein Einsatzort, sondern seit vergangenem Jahr auch der Sitz der Mobilen Einsatzstelle Ostfalen.
Kramers Gut zählt zu den bedeutendsten denkmalgeschützten Hofanlagen der Region. Die Stadt Helmstedt entwickelt das historische Ensemble zu einem lebendigen Ort für Wohnen, Arbeiten, Begegnung und Kultur weiter. Die Jugendbauhütte Niedersachsen soll hier künftig dauerhaft beheimatet werden. Geplant ist ein Seminar- und Begegnungszentrum für die Freiwilligenarbeit in der Denkmalpflege.
Ein besonderer Einsatz war das erste Denkmalrettercamp der Jugendbauhütten auf Kramers Gut in den ersten beiden Juniwochen 2026. Bei dem zweiwöchigen Arbeitseinsatz zeigte sich auch, dass die Jugendbauhütten weit über das FSJ hinauswirken. 300 aktuelle und ehemalige Freiwillige aus den bundesweit 16 Jugendbauhütten kamen zusammen, um auf dem Gut Restaurierungsarbeiten durchzuführen.
Das Denkmalrettercamp ist die Fortführung der Fluthilfecamps auf bundesweiter Ebene. Im Rahmen der Fluthilfecamps sind frühere und aktive Freiwillige der Jugendbauhütten aus ganz Deutschland nach der Ahrflut je zwei Wochen im Ahrtal zusammengekommen, um beim Wiederaufbau und der Instandsetzung betroffener denkmalgeschützter Gebäude zu helfen.
Die Jugendbauhütten verbinden seit 1999 praktische Denkmalpflege, Berufsorientierung und gesellschaftliche Teilhabe. Rund 80 Prozent der Teilnehmenden bleiben nach ihrem FSJ im Handwerk, in der Denkmalpflege oder der Restaurierung und beginnen eine entsprechende Ausbildung oder ein Studium.
Ansprechpartner vor Ort: Melina Wüstner, Teamleiterin der Jugendbauhütten; Ginka Hölzel, Leiterin der Jugendbauhütte Niedersachsen; Hanno Alsen, Fachanleiter sowie die Freiwilligen der Jubau.