Letzte noch vollständig erhaltene von ehemals elf Mahlmühlen im Stadtbezirk
Bei einem Pressetermin vor Ort am Dienstag, den 9. Juni 2026 um 14.00 Uhr überbringt Hartmut Ellrich, Ortskurator Gotha der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 10.000 Euro für die Reparatur und Restaurierung des Steinmahlgangs und der dazugehörigen Antriebstechnik der Kesselmühle, Kesselmühlenweg 4 in 99867 Gotha, an den Denkmaleigentümer Klaus Weibezahl. Die Förderung wurde möglich dank zahlreicher Spenden.
Die Kesselmühle befindet sich in der thüringischen Residenzstadt Gotha und ist die letzte noch vollständig erhaltene Mahlmühle von ehemals elf Mahlmühlen im Stadtgebiet. Insgesamt lassen sich in Gotha siebzehn historische Mühlenstandorte nachweisen, die unterschiedlichen Nutzungen als Öl-, Graupen-, Walk- oder Pulvermühlen dienten. Die Kesselmühle erhielt ihr Betriebswasser ursprünglich aus dem Wilden Graben. Ab 1708 wurde die Wasserversorgung durch einen zusätzlichen Kunstgraben ergänzt, wodurch eine Erweiterung auf zwei Mahlgänge möglich war.
Als eine der ältesten Mühlen Gothas ist die Kesselmühle seit 1349 urkundlich belegt. Sie befand sich zunächst im Besitz des Klosters Reinhardsbrunn. Während des sogenannten Grumbachschen Handels zerstörten kursächsische Truppen um 1567 bei der Belagerung Gothas einen Großteil der Mühlenanlagen, darunter auch die Kesselmühle. Nach 1567 wurde sie wieder aufgebaut und im 18. Jahrhundert umfassend umgestaltet.
Das heutige Mühlengebäude ist ein zweigeschossiger, verputzter Fachwerkbau mit teilweise massivem Erdgeschoss und großzügigem Mansardwalmdach. Der Baukern stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert, prägende Veränderungen erfolgten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die historische Raumstruktur ist bis heute original erhalten. Ein besonderes Merkmal des Ensembles ist das um 1935 errichtete Silogebäude. Es ist von der Industriearchitektur seiner Zeit geprägt und bildet zusammen mit dem historischen Mühlenbau ein außergewöhnliches Zeugnis der Verbindung von spätmittelalterlicher und industrieller Mühlenbaukultur.
Die Mühle gehört nunmehr zu den über 590 Projekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Soziallotterie von Lotto, allein in Thüringen gefördert hat.
FÜR PRESSEVERTRETER: Bei Terminangaben ist die Pressemitteilung als Einladung zu verstehen.