Dauerhafter Standort für Jugendbauhütte soll künftig Wohnen und Arbeiten vereinbaren
Um einen dauerhaften Standort für die Jugendbauhütte Lübeck zu schaffen, hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen Teil des denkmalgeschützten historischen Schuppen D auf der Wallhalbinsel in Lübeck erworben.
Nun findet von Montag bis Freitag, den 16. bis 20. März 2026, vor Ort eine Projektwoche statt, bei der rund 30 Masterstudierende aus dem Fachbereich Bauwesen – Vertiefung „Forschung im Bestand“ – der Technischen Hochschule Lübeck mit 22 Freiwilligen der Jugendbauhütte ein Konzept für eine zukunftsfähige Nachnutzung erarbeiten.
Paula Wätzold vom Team Jugendbauhütten der DSD und das Architekturbüro Meyer Steffens werden den Workshop über die Woche begleiten. In der Projektwoche sollen die Teilnehmenden den Ort kennenlernen, den Denkmalwert erfassen und erste Konzept für die künftige Nutzung erarbeiten.
Der nördliche Teil des Hafenschuppens wird von der DSD als Eigentümerin primär für die Jugendbauhütte Lübeck genutzt, die hier mit der Gesellschaft Weltkulturgut eine gemeinsame Werkstatt betreibt; bislang jedoch unter provisorischen Bedingungen. Auch künftig soll der Hafenschuppen auf der Wallhalbinsel ein „Kreativschuppen“ sein.
Der Umbau soll nach dem „Haus‑im‑Haus“-Prinzip erfolgen. Neben Büroflächen, Versammlungs- und Seminarräumen soll auch Wohnraum für die Jugendbauhütte entstehen. Die Herausforderung besteht darin, innerhalb der unter Denkmalschutz stehenden Hallenstruktur eine solche multifunktionale Nutzung zu integrieren. Damit soll beispielhaft ein Projekt verwirklicht werden, das historische Industriearchitektur bewahrt und zugleich einen modernen Lern‑ und Lebensraum für junge Menschen schafft.
Am Ende der Projektwoche sollen zehn verschiedene Konzepte für den Umbau des Schuppens vorliegen. Im Verlauf des Sommersemesters entwickeln die Studierenden, die in der Projektwoche entstandenen Konzepte weiter. In jeweils dreiköpfigen Gruppen entsteht so ein breites Spektrum möglicher Umbauvarianten für den Schuppen D. Die Abschlusspräsentation findet im Juli 2026 statt. Bis dahin werden die Entwürfe vertieft, bauliche Umsetzungsmöglichkeiten geprüft und denkmalpflegerische Anforderungen herausgearbeitet.
In einer der bundesweit 16 Jugendbauhütten können Jugendliche von 16 bis 26 Jahren ein Jahr lang in den Einsatzstellen einer der traditionelle Handwerkstechniken erlernen und sie am Original anwenden. Seminare zu Stil- und Materialkunde, Forschungs- und Arbeitsmethoden, Grundlagen der Denkmalpflege sowie der Bedeutung des europäischen Kulturerbes ergänzen die praktische Arbeit am Denkmal. Vorbild der Jugendbauhütten sind die mittelalterlichen Bauhütten, in denen gemeinsam gelebt und gearbeitet wurde. Hier lernte der Lehrling vom Meister, während oft Großartiges entstand. Rund 6.000 Jugendliche haben bislang ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege in den Jugendbauhütten absolviert und ihre Begeisterung für unser kulturelles Erbe entdeckt.