08.09.2011

Tapetenrettung in Bibliothek und Tigerzimmer

Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Restaurierung von Haus Stapel in Havixbeck

Kurzfassung: Besucher eines Liedernachmittags am Samstag, den 10. September 2011 um 16.00 Uhr in Haus Stapel in Havixbeck können dabei auch Teile des Hauses von innen bewundern. Anwesend ist bei dem Konzert auch Sigrid Karliczek, Ortskuratorin Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die jüngst Restaurierungsarbeiten im Gebäude mit 25.000 Euro unterstützt hat. Haus Stapel, die größte klassizistische Schlossanlage im Münsterland, ist eines von über 270 Projekten, die die 1985 gegründete Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Dazu gehören unter anderem Schloss Barntrup, die Windmühle in Ennigerloh und Hof Grube in Lüdinghausen.

Langfassung: Bereits seit 2005 sorgt Freifrau Dr. Mechthild Raitz von Frentz dafür, dass die aufgetretenen Schäden an Haus Stapel in Havixbeck im Landkreis Coesfeld nach und nach beseitigt werden. Nun können Besucher eines Liedernachmittags am Samstag, den 10. September 2011 um 16.00 Uhr Teile des Hauses auch von innen bewundern. Anwesend bei dem Konzert ist auch Sigrid Karliczek, Ortskuratorin Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), die die jüngsten Restaurierungsarbeiten in der Bibliothek und in dem nach den Tapetenmotiven benannten Tigerzimmer, die an diesem Tag leider aus Sicherheitsgründen nicht besichtigt werden können, mit 25.000 Euro unterstützt hat.

Auf einer Insel in Havixbeck besaßen die Herren von Kerkerinck bereits im Jahre 1211 eine Wasserburg, wo heute gemeinsam mit einer älteren Vorburg das Herrenhaus Stapel steht, die größte klassizistische Schlossanlage im Münsterland. Den repräsentativen, aus gelben Baumberger Sandsteinquadern errichteten Bau mit seinen 55 Zimmern ließ Ernst Konstantin von Droste-Hülshoff, ein Onkel der Dichterin, zwischen 1819 und 1827 für seine 22 Kinder von dem Münsteraner Architekten August Reinking errichten.

Bevor der Besucher Haus Stapel erreicht, muss er eine Brücke überqueren und das Torhaus der barocken hufeisenförmigen Vorburg durchschreiten, die 1719 nach Entwürfen des jungen Johann Conrad Schlaun entstand und stark mit den strengen Formen des Haupthauses kontrastiert. Gerahmt von zwei Ecktürmen und eingeschossigen Flügeln mit abgewalmten Dächern erhält das repräsentative Torhaus insbesondere durch die drei gestaffelten, mit geschweiften Dächern und Laternen bekrönten Türme den eigenen Akzent. Das zweigeschossige Herrenhaus betonen in der Mitte und an den Seiten die um ein Geschoss höheren Pavillonbauten. Vor dem Portal in der Mitte des Bauwerks erhebt sich ein von Säulen getragener Altan als Vorhalle.

Das sogenannte Tigerzimmer, dessen Ausstattung mit Deckenstuck und Parkettboden noch vollständig ist, wurde mit einer farbigen, 1815 angefertigten französischen Handdrucktapete aus der Manufaktur Joseph Dufour Paris umlaufend dekoriert. Der Wandschmuck zeigt Szenen aus Indien mit Tempeltanz, Tiger- und Leopardenjagd. In der sich anschließenden Bibliothek ist hinter den umlaufenden hölzernen Bücherregalen mit zum Teil kostbaren, sehr alten bibliophilen Schätzen eine seidene, grün-weiss längsgestreifte Draperietapete der elsässischen Manufaktur Jean Zuber & Cie. aus Rixheim auf den Wänden angebracht. Durch eindringende Feuchtigkeit sind an der Decke im Tigerzimmer Flecken und am Stuck Risse aufgetreten, an manchen Stellen sogar Ausbrüche zu verzeichnen. Die Tapetenoberfläche ist verschmutzt und hat sich teilweise von der Wand gelöst. Auch in der Bibliothek ist Feuchtigkeit eingedrungen, die die Decke und den dortigen Stuck beschädigt hat. Zudem haben hier Schädlinge die Draperie-Tapete befallen.

Haus Stapel ist eines von über 270 Projekten, die die 1985 gegründete Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte. Dazu gehören unter anderem Schloss Barntrup, die Windmühle in Ennigerloh und Hof Grube in Lüdinghausen.

Bonn, den 8. September 2011

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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