Übernahme der Pflege- und Erhaltungskosten
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte für die Sanierung des Hugenottenhauses in Hammelspring seit 2011 über 210.000 Euro zur Verfügung, zuletzt dank einer großzügigen Spende der Berliner Jürg und Elisabeth Schacher Stiftung. Nun lädt der Verein Hugenottenhaus Hammelspring e.V. am Samstag, den 13. September 2025 ab 11.00 Uhr zur feierlichen Eröffnung des Hauses ein – mit Hausbesichtigung, Mittagsimbiss und einer musikalischen Reise mit internationalen Künstlern.
Aus diesem Anlass nimmt die treuhänderische Stiftung Hugenottenhaus Hammelspring in der DSD, die Sybille und Hartwig Schaare errichtet haben, ihre Tätigkeit auf. Die Treuhandstiftung will den kleinen Verein nach Abschluss der Sanierung von den laufenden Pflege- und Erhaltungskosten des Denkmals entlasten. Wörtlich heißt es dazu in der Satzung: „Insbesondere wollen die Stifter einen Beitrag zur Instandhaltung und Pflege des sanierten Hugenottenhaus Hammelspring leisten und dadurch auch die Aufgabenstellung des Fördervereins ‚Hugenottenhaus Hammelspring e. V.‘ unterstützen.“
Zum Objekt:
Im Zuge der Ansiedlung von Hugenotten in der Uckermark entstand wohl um 1762 auf einem wüsten Kossätenhof das heute sogenannte Hugenottenhaus in Hammelspring. Es handelt sich um ein anderthalbgeschossiges Fachwerkhaus mit Stroh-Lehm-Gefachen, mit Satteldach und verbretterten Giebeln. Der Erdgeschossgrundriss entspricht dem Typ des mitteldeutschen Ernhauses mit einem mittig liegenden Flur, der durch die schwarze Küche unterbrochen wird. Seitlich nach vorn liegen zwei unterschiedlich große Stuben und nach hinten zwei Kammern, von denen hier die östliche noch einmal geteilt wurde. Beim Obergeschoss handelt es sich offensichtlich um ein Speichergeschoss. Es besitzt zwischen den Deckenbalken nur eine Kopfhöhe von knapp zwei Metern und gliedert sich in zwei große Räume östlich und westlich des Rauchschlots der schwarzen Küche sowie einen kleinen Raum im südlichen Bereich.
Das Gebäude ist Teil einer Hofstelle mit wahrscheinlich später errichteten Nebengebäuden und in großen Teilen völlig unverbaut in seiner Originalsubstanz erhalten. Es handelt sich nachweislich um das letzte noch original existierende nichtsakrale Sachzeugnis für die Hugenottengeschichte in der südwestlichen Uckermark.