Unterstützt wird die Restaurierung der blauen Fassade der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche
Für die anstehenden Restaurierungsarbeiten an der Fassade der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin sagte die dänische Villum Foundation, auch bekannt als Teil der Velux Foundations, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) 2,825 Millionen Euro zu. Die Mittel sind insbesondere für die Restaurierung der charakteristischen blauen Fenster gedacht.
Einen ersten Fördervertrag in Höhe von 1,225 Millionen Euro, von denen 825.000 Euro von der Villum Foundation stammen, überbrachten nun die beiden Vorständer der DSD, Dr. Steffen Skudelny und Lutz Heitmüller, im Beisein von Vertretern der dänischen Stiftung an Pfarrerin Dr. Sarah-Magdalena Kingreen bei einem Besuch der Kirche.
Die Restaurierungsarbeiten am Neuen Turm beginnen Anfang 2026. Dabei werden die Betonwaben neu gegossen und nicht restauriert. Danach wird die Fassade des achteckigen Kirchenschiffs in Angriff genommen, wofür weitere 2 Millionen Euro aus Dänemark bereitstehen. Dr. Skudelny zeigt sich dankbar über die Förderung: „Ein so substanzielles Engagement für den Denkmalschutz über europäische Grenzen hinweg ist sehr selten und darf gerne Schule machen.“
Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ist nicht nur Wahrzeichen Berlins, die Turmruine ist ein Mahnmal gegen jeden Krieg. Gerade der blaue Turm sollte für eine Welt in Frieden werben. Für den französischen Glasgestalter Gabriel Loire und den Architekten Egon Eiermann stehen das Blau der Fenster für den Frieden und die Farbspuren für die Freude.
Den Bau der Gedächtniskirche veranlasste Kaiser Wilhelm II. zum Gedächtnis an seinen gleichnamigen Großvater. Das Gebäudeensemble der Gedächtniskirche im Zusammenspiel von Nachfolgebauten und erhaltener Turmruine ist eine unverwechselbare städtebauliche Dominante und ein Symbol für den Lebens- und Wiederaufbauwillen West-Berlins nach 1945. Heftige Reaktionen, insbesondere aus der Bevölkerung, verhinderten in den 1950er Jahren den Abriss der Turmruine. Das führte dazu, Alt und Neu gelten zu lassen und den Turm als Mahnmal gegen den Krieg zu bewahren.