Hilfe für eines der wenigen urtümlich erhaltenen Umgebindehäuser der Region
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützt mit einem Fördervertrag über 10.000 Euro erneut die Sanierung des denkmalgeschützten Umgebindehauses eines Vierseithofes in Kriebitzsch im thüringischen Landkreis Altenburger Land. Gefördert werden die Instandsetzung der Fachwerkfassade auf der Ostseite sowie die Restaurierung historischer Fenster im Obergeschoss des Wohnhauses. Möglich ist die Förderung dank der zahlreichen Förderer der DSD und der Erträge der GlücksSpirale, deren Destinatär die DSD ist.
Das Schließen der Gefache mit Lehmsteinen, das Verputzen mit Kalk‑Lehmputz sowie die raumseitige Verkleidung der Wandflächen sind vorgesehene Arbeiten an der Fachwerkfassade. Die DSD unterstützt den Vierseithof nicht das erste Mal. 2023 und 2024 sind mit insgesamt über 50.000 Euro die Holzinstandsetzung der Stubenwände, die Trockenlegung des Dielenbodens und die Sicherung der Stubendecke, sowie die Instandsetzung der Außenwände der Bohlenstube gefördert worden.
Zum Objekt
Bei dem Objekt handelt es sich um einen denkmalgeschützten Vierseithof mit Umgebindehaus mit Bohlenstube, Scheune und ehemaligem Pferde‑ und Schweinestall aus dem Jahr 1713. Ursprünglich als kleiner Bauernhof errichtet, diente die Anlage von 1822 bis 1963 als Schmiede des Dorfes und ist bis heute als „Alte Schmiede“ bekannt. Der Hof liegt im historischen Ortskern von Kriebitzsch neben der Kirche und besitzt eine hohe identitätsstiftende Bedeutung für die Dorfgemeinschaft, da viele das Gebäude noch aus der Kindheit kennen.
Das Wohnhaus ist als Umgebindehaus ausgeführt, einem besonderen Haustyp, der Blockbau‑, Fachwerk‑ und Massivbauweise miteinander verbindet. Charakteristisch ist die Bohlenstube im Erdgeschoss, deren Last nicht vom darüberliegenden Baukörper getragen wird, sondern über ein umlaufendes hölzernes Stützensystem abgefangen wird. Diese Bauweise war im 18. Jahrhundert in der Region weit verbreitet, ist heute jedoch nur noch selten in einem so ursprünglichen Zustand erhalten. Das Umgebindehaus zeichnet sich durch einen bemerkenswert hohen Grad an historischer Authentizität aus und ist eines der wenigen derart erhaltenen in der Region rund um Altenburg.
Fachwerk und Dachstuhl stammen vermutlich aus der Zeit zwischen 1780 und 1800, während verschiedene Bauteile – darunter die Frontfassade des Wohnhauses und die gemauerte Umfassung der Bohlenstube – auf Umbauten um 1900 hinweisen. Zahlreiche originale Ausstattungsdetails haben die Zeit überdauert, darunter die historische Bohlenstube, die ehemalige Schmiedewerkstatt, bauzeitliche Raumstrukturen sowie aufwendige Wandfassungen, historische Tapeten und original erhaltene Türbeschläge. Die Bohlenstube wurde in den Jahren 2024 und 2025 denkmalgerecht restauriert. Bereits 2021 und 2022 erfolgte die Instandsetzung des Fachwerks am Südgiebel und an der Westfassade.
Für ihr außergewöhnliches Engagement beim Erhalt des Kulturdenkmals wurden die Denkmaleigentümer 2024 mit dem Denkmalpreis des Landkreises Altenburger Land und 2025 mit einem Förderpreis im Rahmen des Bundespreises für Handwerk in der Denkmalpflege für die Restaurierung der historischen Bohlenstube ausgezeichnet.
Das Umgebindehaus ist eines der über 600 Objekte, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden, der Erträge Treuhandstiftungen, mit Hilfe der GlücksSpirale bisher in Thüringen fördern konnte.