02.06.2026

Vom Fischerdorf zum Weltbad

Mecklenburg-Vorpommern

Das Ortskuratorium Rügen beschäftigt sich mit der „Verwandlung“ von Crampas und Sassnitz

Das Ortskuratorium Rügen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) lädt am Dienstag, den 16. Juni 2026 von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr zu einem Vortrag mit Führung zum Thema „Vom Fischerdorf zum Weltbad. Die erstaunliche Verwandlung von Crampas und Sassnitz“ in das Rathaus, Hauptstraße 33 in 18546 Sassnitz ein. Dr. Frank Biederstaedt, Leiter des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek Sassnitz, widmet sich dem erstaunlichen Wandel von Crampas und Sassnitz vom Fischerdorf und beliebten Seebad zur zweitgrößten Stadt Rügens. Im Anschluss daran führt der Archivar und Kunsthistoriker eine kleine Exkursion zu ausgewählten Beispielen der Sassnitzer Bäderkultur. Eine Anmeldung ist erforderlich unter www.denkmalschutz.de/anmeldung oder bei Joachim von Marschall, Telefon 038305-565040. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird herzlich gebeten.

Noch um 1800 lagen Sassnitz und Crampas abgelegen am Rand der Stubnitz. Die Menschen lebten hauptsächlich vom Fischfang, von ein wenig Landwirtschaft und vom Ertrag karger Böden. Schmale Wege führten durch das Dorf, einfache Katen prägten das Bild. An einen internationalen Badeort dachte niemand. Doch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten Reisende die landschaftliche Schönheit der Kreideküste. Erste Badegäste kamen, neugierig auf das Meer, die gesunde Luft und das Versprechen von Erholung. Was zunächst zögerlich begann, entwickelte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem tiefgreifenden Wandel. Logierhäuser entstanden, Villen wuchsen am Hang, der Kurplatz wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. Mit dem Hafenbau und der Eisenbahn rückte Sassnitz in neue wirtschaftliche Dimensionen. Aus dem abgelegenen Küstenort wurde ein Ort mit überregionaler Ausstrahlung. 

Der Vortrag erzählt von diesem Aufbruch. Er beleuchtet die Fragen, wer investierte, wer profitierte und wie sich das Leben der einheimischen Bevölkerung veränderte. Aufgezeigt wird, wie aus bäuerlichen und fischereilichen Strukturen mondäne Ostseebäder entstanden, die um 1900 ihren Höhepunkt erlebten. Es ist eine Geschichte von unternehmerischem Mut, touristischen Visionen und vom Wandel einer ganzen Landschaft.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein. Ihr ganzheitlicher Ansatz ist einzigartig und reicht von der Notfall-Rettung gefährdeter Denkmale, pädagogischen Schul- und Jugendprogrammen bis hin zur bundesweiten Aktion Tag des offenen Denkmals®.

Rund 600 Projekte fördert die Stiftung jährlich, vor allem dank der aktiven Mithilfe und Spenden von über 200.000 Förderern. Insgesamt konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bereits über 7.500 Denkmale mit mehr als einer drei viertel Milliarde Euro in ganz Deutschland unterstützen. Doch immer noch sind zahlreiche einzigartige Baudenkmale in Deutschland akut bedroht. mehr erfahren

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