Jugendbauhütte Rheinland feiert Jubiläum in Essen auf dem Gelände der Stiftung Zollverein
Seit einem Vierteljahrhundert ist die Jugendbauhütte NRW-Rheinland fester Bestandteil der denkmalpflegerischen Bildungslandschaft. Über 560 junge Menschen haben seither in einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Denkmalpflege Einblicke in traditionelle Handwerkstechniken, nachhaltige Bauweisen und die praktische Restaurierungsarbeit erhalten – und so auch Spuren in und an bedeutenden Denkmalen hinterlassen. Die Jugendbauhütten sind ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd).
Das Jubiläum der Jugendbauhütte Rheinland wird am Samstag, 25. April 2026, mit einem Festakt auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen gefeiert. Medienvertreterinnen und Medienvertreter sind herzlich eingeladen.
Der Tag beginnt um 11 Uhr mit einem Rahmenprogramm zur Nachhaltigkeit in der Denkmalpflege. Einblicke in aktuelle Forschungs- und Praxisbeispiele geben Annette Liebeskind, Abteilungsleitung Projektförderung der DSD, Michael Schwarz vom Dortmunder Architekturbüro Frenking + Schwarz, Rasmus Radach vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Bereich Industriedenkmalpflege, sowie Anna Ehlert von der Stiftung Zollverein.
Der eigentliche Festakt startet 14:30 Uhr mit Redebeiträgen von Essens Oberbürgermeister, Thomas Kufender, Partnerinstitutionen und Förderern. Zudem werden in einer moderierten Talkrunde ehemalige und aktuelle Freiwillige der Jugendbauhütte von ihren Erfahrungen berichten.
Handwerkliche Erfahrung und historisches Verständnis durch Arbeit am Denkmal
In den zurückliegenden Jahren waren die Freiwilligen der Jugendbauhütte an zahlreichen Einsatzstellen im Rheinland aktiv. Unter anderem haben sie Bestände der Bonner Beethovenhalle inventarisiert und Teile der originalen Bestuhlung von 1959 restauriert. Weitere Projekte, bei denen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktiv waren, sind zum Beispiel: Zeche Zollverein in Essen, Gartenpavillon „La Folie“ in Düsseldorf-Kaiserswerth, Alte Dreherei in Mülheim an der Ruhr.
Auf der Zeche Zollverein arbeiteten die Jugendbauhütte-Teilnehmenden in mehreren Seminarwochen an der Kokerei, führten Reinigungs-, Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten aus und erhielten Einblicke in die komplexe Industriedenkmalpflege. Der Gartenpavillon „La Folie“ von der Werthmann-Heyne-Stiftung wurde durch die Freiwilligen dokumentiert und gesichert, es wurden Holzfenster restauriert und die Dachsanierung vorbereitet. Währenddessen konnten die Jugendbauhüttler etwas über die Entstehungsgeschichte und den gestalterischen Leitgedanken des Pavillons erfahren. Die Alte Dreherei in Mülheim an der Ruhr ist seit 2014 ein Objekt, das von der Jugendbauhütte Rheinland aktiv begleitet wir. Die Sanierung des denkmalgeschützten „Hauses der Vereine“, Arbeiten an Dachstuhl, Türen, Fenstern und Mauerwerk sind erfolgt.
In den Seminarwochen, die ein zentraler Bestandteil des Freiwilligenjahres in der Jugendbauhütte sind, werden theoretische Grundlagen, etwa zu Baustilkunde, Denkmalpflege, Bauphysik und Materialkunde vermittelt. Es bleibt aber nicht bei der Theorie. Handwerkstechniken wie Steinbildhauerei, Lehmbau oder Intarsienarbeiten werden direkt am Objekt erlernt und umgesetzt. Handwerkliche Erfahrung, historisches und kulturelles Verständnis werden so eng miteinander verbunden.
Die kontinuierliche Arbeit der Jugendbauhütte NRW-Rheinland wäre ohne die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen, des LVR-Landesverbands Rheinland, der Stiftung Zollverein, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste sowie zahlreicher Spenderinnen und Spender nicht möglich. Gemeinsam tragen sie dazu bei, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen einzigartigen Zugang zur Denkmalpflege zu eröffnen.
Anmeldung zum Termin für Pressevertreter und Kontakt für Nachfragen:
Uwe Steinberger, Leitung Jugendbauhütte NRW-Rheinland, fsj.denkmal.rheinland@ijgd.de,
Tel. 0228/228 00 82