Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Sanierung der historischen Raumschale mit 14.000 Euro
Für Restaurierungsarbeiten an der Wand- und Deckenmalerei sowie für die Neufassung der Raumschale erhält die katholische Filialkirche Mariä Geburt in Endorf Unterstützung von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD): Dr. Hermann Reidel, DSD-Ortskurator Regensburg wird am Donnerstag, den 6. August 2026, um 15.30 Uhr einen Fördervertrag über 24.000 Euro symbolisch an die Kirchengemeinde, vertreten durch Pfarrer Richard Bayer, übergeben. Möglich ist die Unterstützung dank der privaten Förderer der DSD und Erträgen der Lotterie GlücksSpirale.
Die Mittel werden für die konservatorische Sicherung und Restaurierung der historischen Wand- und Deckenmalereien sowie die Erneuerung geschädigter Putzbereiche bereitgestellt, das umfasst die Beseitigung von Feuchtigkeitsschäden im Sockelbereich, die Sicherung gefährdeter Fassungs- und Malschichten sowie die Restaurierung der Ausmalungen des Kirchenraums.Die Filialkirche Mariä Geburt bildet mit dem Friedhof und dem zugehörigen Leichenhaus bis heute den historischen Mittelpunkt von Endorf. Der Saalbau mit eingezogenem Chor wurde 1610 errichtet, der westliche Fassadenturm kam 1805 hinzu. Die Kirche ist als Einzeldenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen und befindet sich zudem im Bereich eines Bodendenkmals, das archäologische Befunde der frühen Neuzeit umfasst.
Während sich das Äußere der Kirche vergleichsweise schlicht präsentiert, überrascht der Innenraum mit einer vielgestaltigen Ausstattung. Die Flachdecke des Langhauses wird von einer Hohlkehle gerahmt und verfügt zusammen mit dem Altarraum über Deckenmalereien aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das zentrale Deckenbild mit Rahmenstuck im Langhaus zeigt die Himmelfahrt Mariens, flankiert von vier Medaillons. Weitere Malereien mit Darstellungen aus dem Alten Testament finden sich auf der Emporenbrüstung. Erhalten sind zudem ein Seitenaltar aus dem späten 17. Jahrhundert mit gedrehten Säulen sowie mehrere Skulpturen aus der Zeit um 1500. Weiterhin hängen an den Wänden Kreuzwegstationen auf Blechtafeln und ein Kruzifix. Die Chordecke trägt Deckenbilder mit gemalten Rahmen. Zentral sitzt ein größeres Bild mit der Verkündigungsszene, nördlich und südlich flankiert von je einem, durch eine Engelsfigur gehaltenen, Medaillon. Reste von Wandmalereien befinden sich, größtenteils von Tünche überdeckt, sowohl an der Süd- wie auch der Nordwand.
Die letzte Innenrenovierung der Kirche erfolgte 1985. Obwohl die Malereien damals teilweise instandgesetzt wurden, haben sich in den vergangenen Jahren neue Schäden entwickelt. Besonders betroffen sind die Sockelzonen durch Feuchtigkeit und Materialzersetzung sowie die Wand- und Deckenflächen durch Risse, Hohlstellen und Ablösungen der historischen Malschichten. Mit den nun vorgesehenen Maßnahmen sollen die reich gestalteten Oberflächen des 18. Jahrhunderts gesichert und der Kirchenraum langfristig erhalten werden.
Die katholische Filialkirche Mariä Geburt in Endorf ist eines der mehr als 680 Denkmale, die die DSD dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale bisher allein in Bayern fördern konnte.
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