Über den Paderquellen errichtet
Mit einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, den 25. Mai 2025 um 14.00 Uhr wird die Abdinghofkirche in Paderborn nach jahrelanger Renovierung wieder eröffnet. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellte für Restaurierungsarbeiten im Innenraum der Seitenschiffe, konkret die Wiederverlegung der Böden, 40.000 Euro zur Verfügung. Das Gotteshaus gehört zu den über 880 Projekten, die die private DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte.
1016 ließ Bischof Meinwerk in Paderborn auf den Resten eines Vorgängerbaues eine Kirche über den Paderquellen errichten, die er zu seiner Grablege bestimmte. Die zunächst als romanische Basilika des Benediktinerordens erbaute Kirche sollte im Lauf der Zeit noch mehrfach verändert und vergrößert werden. 1023 war die Krypta fertiggestellt, 1031 der romanische Kirchenbau vollendet. Nach einem Brand ein Viertel Jahrhundert später erhielt der Westbau seine heutige Grundform, jedoch wurde im 19. Jahrhundert die ursprünglich ebenfalls vorhandene Westapsis abgebrochen. Nach einem weiteren Brand errichtete man 1163 den quadratischen, gewölbten Ostchor über der älteren Krypta und wölbte die Kirche ein. Nach der Säkularisation 1803 verfiel die Kirche zunehmend. Die Turm-Obergeschosse und der nördliche Treppenturm gingen verloren. 1866 wurde die Kirche von der evangelischen Gemeinde übernommen. Es begann die grundlegende Wiederherstellung der Kirche mit Umbauten und dem Wiederaufbau der Türme und Wände des Hauptschiffs, der Neueinwölbung des Chores sowie des Abbruchs von Schiffswänden und der Erneuerung der Innenausstattung.
Zum Objekt:
Der Bau ist heute eine langgestreckte Basilika mit eingestellten Pfeilern, hohem Rechteckchor und einer Hallenkrypta. Der Westbau mit der Doppelturmfassade und dem zentralen Eingang wird von zwei Türmen flankiert. Das jetzt steinsichtige Außenmauerwerk wurde im 19. Jahrhundert grundlegend neu aufgemauert oder als Schale vorgemauert. Von Sandsteingewänden gerahmte Rundbogenfenster im Mittelschiff und Spitzbogenfenster in den Seitenschiffen sowie Eckquaderungen und Horizontalgesimse gliedern die Fassaden. Im Zweiten Weltkrieg brannte die Kirche bis auf die Außenmauern aus. Das Mauerwerk wurde - entsprechend dem Zustand aus dem 19. Jahrhundert - steinsichtig ergänzt und verfugt sowie eine Flachdecke in das Schiff eingebracht. Gewölbe wurden nur zum Teil wieder ergänzt. Die Schallarkaden der Türme stellte man in vereinfachter Form wieder her. Zwei der vier noch intakten Turmgiebel wurden abgebrochen, um ein Satteldach aufbringen zu können.