Bauernhaus vom Typ Niederdeutsches Hallenhaus
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt dank zahlreicher Spenden 25.000 Euro für Zimmerarbeiten am Haupthaus des Hallenhauses in Kietz zur Verfügung. Die Hofanlage gehört seit 2024 zu den über 750 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Brandenburg fördern konnte.
Die späteren Dörfer Besandten, Unbesandten und Kietz wurden im Jahr 1328 erstmals als „Nedderwisch“ bezeichnet und gehörten zum Besitz der Familie von Wenckstern. Der Ort Kietz fand 1472 als „upe deme Kytze“ seine erste urkundliche Erwähnung. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Lenzer Wische durch deichbaukundige Niederländer neu besiedelt. Unter der Leitung des Amtmanns Arnold Gijsels van Lier (1593–1676) erfolgte die planmäßige Anlage und Besiedelung der Elbmarschendörfer, darunter auch Kietz, nach niederländischem Vorbild. Diese bis etwa 1800 andauernde Aufbauphase spiegelt sich deutlich in der Einrichtung zahlreicher Hofstellen und im Anstieg der Einwohnerzahlen wider. Aus dieser Zeit stammt das Hallenhaus in der Sandstraße 4 in Kietz.
Zum Objekt:
Das im nördlichen Teil des Marschhufendorfes Kietz gelegene Hallenhaus wurde, wie zwei Inschriften belegen, im Jahr 1758 errichtet und im Jahr 1824 an der Deichseite erneuert, wodurch es seine heutige Gestalt erhielt. Es handelt sich um einen großen, rechteckigen Fachwerkbau, der durch ein Krüppelwalmdach und eine markante Toreinfahrt geprägt ist und von dem bis heute Teile der ursprünglichen Reetdeckung erhalten geblieben sind.
Im Inneren bewahrt das Gebäude die bauzeitliche Grundstruktur, bestehend aus einem an der Straße liegenden Wirtschaftsteil mit einer zentralen Diele sowie beidseitig angeordneten Stall- und Lagerräumen, während sich auf der dem Deich zugewandten Seite der Wohnbereich mit Küche, Stuben und Kammern befindet. An der Straßenseite wurde zudem ein Fachwerkanbau mit Satteldach angebaut, der das historische Erscheinungsbild des Hauses ergänzt.
Unmittelbar vor dem Hallenhaus, direkt an der Straße, steht ein separates Stallgebäude, das als eineinhalbgeschossiger Fachwerkbau mit Ziegelausfachungen und Satteldach ausgeführt ist und die historische Hofanlage in ihrer Gesamtheit vervollständigt.