Christel und Wolfdietrich Toursel-Stiftung

Christel und Wolfdietrich Toursel-Stiftung
für Kirchen in Berlin

Die 2006 gegründete treuhänderische Christel und Wolfdietrich Toursel-Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz setzt sich für Erhaltung, Restaurierung und Pflege von unter Denkmalschutz stehenden Kirchen in Berlin ein, insbesondere der Elisabethkirche.

1833-35 konzipierte Karl Friedrich Schinkel im Auftrag von König Friedrich Wilhelm III. Kirchenbauten für die im 19. Jahrhundert neu entstandenen Außenbezirke Berlins. Die größte der vier neuen Vorstadtkirchen, die Elisabeth-Kirche in der Invalidenstraße, wurde in der Folge zum Prototyp zahlreicher Kirchenbauten in Preußen.

Im Typus des griechischen Tempels repräsentiert der monumentale Kirchenbau den Schinkelschen Klassizismus wie kaum ein anderes Bauwerk Berlins. Auf Wunsch des Königs entwarf Schinkel eine „ganz einfache Kirche, ohne besondere Verzierungen und ohne Türme". Dem zweigeschossigen, turmlosen Saalbau mit verputzten Außenwänden ist ein auf sechs Pfeilern stehender Portikus vorgelagert.

Die am 28. Juni 1835 im Beisein der sozial engagierten Kronprinzessin Elisabeth geweihte Kirche wurde 1945 bis auf die Außenmauern zerstört. Eine Phosphorbombe traf den Bau noch kurz vor Ende des Krieges; die hölzerne Kassettendecke, die zweigeschossige Empore und die Orgel gingen in Flammen auf. Bis 1991 mit der Sicherung und Sanierung der Ruine begonnen wurde, wuchsen aus den Mauerkronen Bäume - das Ruineninnere diente als Müllhalde. Mauern wurden gesichert, Gesimse ergänzt und ein Notdach aufgebracht wurden. Die Sophiengemeinde Berlin will die Elisabethkirche in Verbindung mit dem alten Gemeindehaus als kulturelles Zentrum ausbauen. 2000 haben dafür die Wiederherstellungsarbeiten der Außenmauern und des Portikus begonnen. 2001 erfolgte die Eindeckung des Portikusdaches in Zinkblech, ab 2002 liefen Außenputzarbeiten an Giebel und Seitenmauern, die im Sommer 2004 abgeschlossen werden konnten. Die Christel und Wolfdietrich Toursel-Stiftung beteiligte sich 2015 an der Rekonstruktion der historischen Portaltüren. Die Kirche, die bis dahin nur mit provisorisch verschlossen war, kann nun wieder durch die beeindruckenden Türen betreten werden.