Dr. Wolf Hunold-Stiftung

Dr. Wolf Hunold-Stiftung für die Kloster- und Schlossanlage in Dargun

Die 1994 gegründete treuhänderische Dr. Wolf Hunold-Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz setzt sich für den Erhalt der Kloster- und Schlossanlage in Dargun, Mecklenburg-Vorpommern ein.
Das Schloss Dargun zählte neben den Schlössern in Schwerin und Güstrow zu den bedeutendsten Renaissancebauten im Raum des heutigen Mecklenburg-Vorpommerns. Seine Geschichte reicht ins Mittelalter und in die Zeit der Slawen-Christianisierung zurück. Bis zu seiner Zerstörung im Jahr 1945 spielte es in der mecklenburgischen Geschichte eine zentrale Rolle.
Während Herzog Heinrich der Löwe in Mecklenburg die Slawen bekriegte und christianisierte, konnten die Dänen in einigen Gebieten die Herrschaft erlangen. So auch im Lande Circipanien, einer Region nördlich des Malchiner Sees. Dänische Mönche errichteten 1172 das erste Kloster in Dargun. Es hatte nicht lange Bestand. Im Jahr 1209 wurde es von Zisterziensern aus Doberan neu gegründet. Sie brachten im Laufe des Jahrhunderts das Kloster zu höchster Blüte. Zusammen mit Doberan trug es wesentlich zu der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Landes bei.
Der Backsteinbau der Klosterkirche St. Marien hatte zwei Hauptbauperioden: 1225-70 entstand die im gebundenen System gewölbte Pfeilerbasilika. Ein spätgotischer Umbau von 1464-79 mit dem polygonalen Chor mit Chorumgang und Kapellenkranz und dem Querhaus. Er wurde nicht fortgesetzt. 1552 wurde das Kloster säkularisiert und fiel 1556 an die Herzöge von Mecklenburg-Güstrow. In den folgenden 200 Jahren wurde es zu einer großartigen Vierflügelanlage unter Einbeziehung der Kirche umgebaut.
Im 30jährigen Krieg erlitt das Renaissanceschloss schwere Verwüstungen. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts kam es zu neuen umfangreichen Bauaktivitäten unter Mitwirkung des Architekten Dieussart. Auf ihn gehen insbesondere der repräsentative Westflügel mit vorgezogenem Mittelrisalit und flankierenden schweren Ecktürmen und die reizvolle Innenhofanlage mit zweigeschossigen Arkaden zurück.
Das Refektorium wurde zum Redoutensaal mit reichen Stuckaturen umgestaltet. Es diente 1806 während der Besetzung Darguns durch napoleonische Truppen als Lazarett. Prinzessin Augusta wählte während ihrer 36-jährigen Regentschaft Dargun als Residenz (1720-56) und machte es zu einer Hochburg des Pietismus. 1873 wurde in der Schlossanlage eine Ackerbauschule eingerichtet. 1945 brannten Schloss und Kirche bis auf die Umfassungswände aus. Noch die Ruine ist ein bedeutendes Kunstwerk und eine Zeugin mecklenburgischer Geschichte.

2005 förderte die Dr. Wolf Hunold-Stiftung die Mauerwerkssanierung der Freitreppe (sog. Hochzeitstreppe) des Südflügels. 2012 folgte schließlich die akustische Ertüchtigung des Kirchenlangschiffes gemäß denkmalpflegerischer Vorgaben - insbesondere weil hier eine musikalische Nutzung realisiert wird.

Meine Freude über die Wiedervereinigung und die Ergriffenheit vom Ort Dargun veranlassten mich, eine Stiftung zu errichten.
Dr. Wolf Hunold

Adresse

Schloss 10
17159 Dargun

Öffnungszeiten

Mai bis September
samstags und sonntags von 13:30-16:30 Uhr