Stiftung Kleines Bürgerhaus

Im Speicher auf dem Kirchhof - Wohnen und Arbeiten im Zentrum von Kleinstadt und Dorf

EINBLICKE – Schriften der STIFTUNG Kleines Bürgerhaus, Band 5
Herausgegeben im Auftrag der Stiftung von Fred Kaspar  

Im Band 5 „Im Speicher auf dem Kirchhof“ geht es um die kleinen Häuser, die die Kirchhöfe im Zentrum vieler Dörfer und mancher Städte in Nordwestdeutschland säumen. Als zumeist schlichte Fachwerkbauten bilden sie häufig einen Gegensatz zu der in ihrer Mitte auf dem Platz stehenden Kirche. Um dieses merwürdige Phänomen zu ergründen, werden Geschichte, Zweck und Entwicklung betrachtet: Es geht um den winterlichen Besuch der als kalt empfundenen Kirchen und deren Nutzung als Lager und Stallung sowie als sicherer Rückzugsort bei Gefahr. Es geht darum, dass der Friedhof nicht nur als Bestattungsplatz diente, sondern auch Weide, Versammlungsplatz und Arbeitsort war. Ebenso scheute man sich nicht, daruf Speicher zu errichten. Alles was einmal steht, empfiehlt sich auch zur Um- und Weiternutzung. In den zunächst als provisorisch gedachten Speichern entstanden mit der Zeit Wohnungen und dann wurden die kleinen Bauten allmählich auch immer größer. Die Lebensverhältnisse in den Bauten waren bescheiden, schon deswegen, weil ihre Grundfläche begrenzt blieb. Die konkreten räumlichen Bedingungen lassen sich an Hand erhaltener Bauten seit der Mitte des 15. Jahrhunderts verfolgen, wie sie im vorliegenden Band exemplarisch dokumentiert sind.

Hinter der Mauer – Kleine Bürgerhäuser an und auf der Stadtmauer

EINBLICKE – Schriften der STIFTUNG Kleines Bürgerhaus, Band 4
Herausgegeben im Auftrag der Stiftung von Fred Kaspar  

Im Band 4 „Hinter der Mauer“ stehen sogenannte Mauerhäuser im Zentrum. Sie bildeten in einigen Städten einen beachtlichen Teil des Baubestandes. Über die Hintergründe ihrer Entstehung, die Bauherren und Bewohner, ihre bauliche Gestalt und innere Aufteilung sowie die Gründe für ihr weitgehendes Vergessen wird ausführlich an Hand ausgewählter Städte Nordwestdeutschlands berichtet. Bei den an der Innenseite der Stadtmauer in mehr oder weniger großer Zahl stehenden schmalen, fast ausnahmslos traufenständig errichteten Wohnhäusern handelte es sich zwar um „Kleine Häuser“, aber dennoch in aller Regel um, rechtlich gesehen, Bürgerhäuser. In einem weiteren Schwerpunkt des Bandes geht es erneut um das Thema „Behelfsheime“. An Hand zweier ortsbezogener Studien zum Behelfsheimbau werden die Schicksale der Erbauer und Bewohner dieser Gebäude deutlich, und diese Bauten sozusagen „mit Leben gefüllt“. Zur Dokumentation der Stiftungsarbeit und der hiervon ausgehenden wissenschaftlichen Impulse gehört die sachliche Begründung und vertiefte Dokumentation des von der STIFTUNG „Kleines Bürgerhaus“ mit dem Preis scheinbar unscheinbar im Jahre 2014 ausgezeichneten Projektes „Dezentrales Stadtmuseum Warendorf“. Diese bemerkenswerte Initiative ist eng mit den Zielen der Stiftung verbunden. Welche Bedeutung dem neuartigen Konzept in der Museumslandschaft Deutschlands zukommt, wird in einem größeren Beitrag erfragt und dokumentiert, der dabei auch auf das Verhältnis von Denkmalpflege und Freilichtmuseen zueinander eingeht.

Kleine Häuser in großen Reihen

EINBLICKE – Schriften der STIFTUNG Kleines Bürgerhaus, Band 3
Herausgegeben im Auftrag der Stiftung von Fred Kaspar  

EINBLICKE berichtet regelmäßig aus der Forschung. Mit dem dritten Band der EINBLICKE unter der Überschrift „Kleine Häuser in großen Reihen“ wird auf ein weitgehend unterschätztes Dauerthema des Städtebaus hingewiesen. Zur Unterbringung der „Kleinen Leute“ wurden seit vielen Jahrhunderten Reihenhäuser errichtet, die gemeinhin als „Gademe“ oder „Buden“ bezeichnet wurden. Sie machten einen wesentlichen Teil der historischen Architektur aus, galten aber als unscheinbar und unbedeutend, so dass sie heute bis auf Reste verschwunden sind. In diesen Reihenhäusern lebten am Rande der Stadt und in engen Nebenstraßen, aber auch in Dörfern und auf dem Lande die Lohnabhängigen, Armen, Soldaten und Arbeiter, ohne die auch in der Vergangenheit das wirtschaftliche Leben nicht möglich war. In sechs verschiedenen Beiträgen wird der Forschungsstand hierzu für Nordwestdeutschland aufgearbeitet, das Thema durch exemplarische Untersuchungen zu einzelnen Orten vertieft und werden ausgewählte Beispiele eingehender untersucht, wird auf Ursachen der Errichtung, spezielle Raumprogramme und die Bewohner hingewiesen. Bemerkenswert ist, dass der Arbeiterwohnungsbau und Siedlungsbau des 19. und 20. Jahrhunderts in den Industriezonen des Ruhrgebietes wesentliche Wurzeln in diesen älteren Reihenhäusern hatten.
Zur Dokumentation der Stiftungsarbeit und der hiervon ausgehenden wissenschaftlichen Impulse gehört die sachliche Begründung der getroffenen Auswahl, aber auch eine vertiefte Dokumentation der von der STIFTUNG Kleines Bürgerhaus mit dem Preis scheinbar unscheinbar im Jahre 2012 ausgezeichneten zwei Kleinen Bürgerhäuser.

Zum Leben, Wohnen und Wirtschaften in historischen Bürgerhäusern

EINBLICKE – Schriften der STIFTUNG Kleines Bürgerhaus, Band 2
Herausgegeben im Auftrag der Stiftung von Fred Kaspar  

EINBLICKE soll den Blick über die im Stadt- oder Straßenraum erkennbare „äußerliche“ Architektur hinaus auf das Innere der „Kleinen Bürgerhäuser“ lenken, nämlich auf die räumlichen Verhältnisse als Ausdruck der hier ehemals herrschenden Lebensverhältnisse und sozialen Strukturen.
Der zweite Band will nicht nur Impulse für die Erforschung des „Kleinen Bürgerhauses“ geben und ein Bewusstsein für diesen Bautyp schaffen, sondern auch selbst wissenschaftliche Forschungen zum Thema befördern. Zur Dokumentation der Stiftungsarbeit und der hiervon ausgehenden wissenschaftlichen Impulse gehört die sachliche Begründung der getroffenen Auswahl, aber auch eine vertiefte Dokumentation der von der Stiftung Kleines Bürgerhaus mit dem Preis scheinbar unscheinbar im Jahre 2010 ausgezeichneten drei „Kleinen Bürgerhäuser“. Wesentlichen Raum nimmt die Aufarbeitung der über 600 Jahre zu verfolgenden Geschichte des Allerheiligen-Vikarienhofes in Warendorf ein. Nicht nur die Ziele der in den letzten Jahren durchgeführten Sanierungsarbeiten werden diskutiert, sondern vor allem auch die Hintergründe der zugrunde liegenden Vikariats-Stiftung, die Aufgabe des Vikars und seine Lebensverhältnisse sowie die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse in dem gesamten Baublock. Auch auf neue Initiativen und Forschungen ist hinzuweisen: Kirsten Bernhardt stellt ihre grundlegende Dissertation zu den vom münsterländischen Adel gestifteten Armenhäusern vor und fasst die wesentlichen Ergebnisse zu diesen dörflichen und ländlichen Bauten anschaulich zusammen.

Behelfsheime für Ausgebombte.

Bewältigung des Alltäglichen im „Totalen Krieg“ – Münsters Bürger ziehen aufs Land
EINBLICKE – Schriften der STIFTUNG Kleines Bürgerhaus, Band 1
Herausgegeben im Auftrag der Stiftung von Fred Kaspar  

Zwischen Herbst 1943 und Frühjahr 1945 wurden im Rahmen des „Deutschen Wohnungs-Hilfswerkes“ (DHW) für die durch den Bombenkrieg zunehmend ihrer Wohnungen beraubte städtische Bevölkerung kurzfristig überall im Deutschen Reich mehrere hunderttausend Behelfsheime auf dem Lande geschaffen. Als vorübergehender Baubestand gedacht, blieben sie in den meisten Fällen länger genutzt, insbesondere zur Unterbringung der seit 1945 einsetzenden Flüchtlingsströme. Viele dieser Notwohnhäuser bestehen bis heute, sind allerdings nach und nach erweitert und den steigenden Ansprüchen gemäß verändert und zu Dauerwohnungen ausgebaut worden. Ungeplant wurden sie so zu einer nachhaltigen Grundlage einer weitläufigen „Zersiedelung“ der freien Landschaft.

Bald geriet der Entstehungsprozess der Bauten in Vergessenheit, zumal unter den Bewohnern in den meisten Fällen ein schneller Wechsel einsetzte. Auch wurde die Erinnerung an das durch die Zeitläufe erzwungene Leben in den Behelfsheimen als ungeliebte Zeit verdrängt, so dass heute, nach nur einer Generation, diese ehemals alltägliche Wohnsituation schon weitgehend vergessen ist.

Vor dem reichsweiten Hintergrund werden auf der Grundlage ungewöhnlich gut überlieferter Archivquellen an Hand einer Fallstudie (Telgte bei Münster/Westfalen) erstmals die formalen Bedingungen, technischen Notwendigkeiten sowie die Handlungsspielräume der Bauherren beleuchtet, wobei ein sozial differenzierter Blick auf die Lebensbedingungen ausgebombter Bürger am Ende des Zweiten Weltkrieges entsteht.