Stiftung Leuchtturm Roter Sand

1885 wurde das Leuchtfeuer erstmals gezündet. Roter Sand war das erste Offshorebauwerk der Welt - ein Symbol des technischen Fortschritts im deutschen Kaiserreich. Der Leuchtturm Roter Sand besitzt eine Gesamthöhe von 52,5 Metern, das Fundament unter Wasser mit eingeschlossen. Bei Niedrigwasser beträgt seine Höhe über dem Meeresspiegel 30,7 Meter. Die Feuerhöhe liegt bei 24 Metern über mittlerem Hochwasser. Viele Jahrzehnte lang funktionierte der Leuchtturm problemlos. Doch durch die Verlegung der Fahrrinne verlor er immer mehr an Bedeutung. 1953 stellte man bei Wartungsanalysen massive Durchrostungen an der Stahlhaut fest. Bei weiteren Untersuchungen stieß man auf schwere Schäden im Fundament. Die konnten in der Folge nur durch umfangreiche und kostenaufwändige Bauarbeiten behoben werden, denn die Standsicherheit des Turmes war bereits akut gefährdet. 1958/59 sollte dann festgestellt werden, ob der Turm für die Aufnahme eines modernen Radar-Decks in Frage käme. Stattdessen entdeckte man Löcher im Stahlmantel und Salzwasser im Beton. Der Turm war wegen unzureichender Stabilität für eine schwere Radaranlage also völlig ungeeignet. Aus diesem Grunde nahm 1964 der neue Leuchtturm Alte Weser seinen Betrieb auf, wodurch sein Nachbar Roter Sand überflüssig wurde. Nach der Ausmusterung sollte das historische Leuchtfeuer sich selbst überlassen werden und blieb fortan zunehmend vom Einsturz bedroht.

Doch die Absicht der Behörden, Roter Sand dem Meer zu opfern, löste eine große Protestwelle aus. Der Förderverein „Leuchtturm Roter Sand e.V." und viele engagierte Bürger setzten sich für seinen Erhalt ein. Schließlich konnte der Leuchtturm 1987 aus Mitteln des Bundes, des Landes Niedersachsen und des Fördervereins gesichert werden. In einer spektakulären Rettungsaktion wurde eine Stahlmanschette über den 30 Meter hohen Turm gestülpt, auf den Meeresboden abgesenkt und mit Beton hinterfüllt, um dem Fundament neue Stabilität zu verleihen. Der Bund übertrug den Leuchtturm im gleichen Jahr der Stiftung Leuchtturm Roter Sand in der Obhut der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sich seitdem um den dauerhaften Erhalt kümmert.

„Bundesarchiv Bild 102-11995, Nordsee, Ablösung am Leuchtturm Roter Sand“ von Bundesarchiv, Bild 102-11995 / CC-BY-SA. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-11995,_Nordsee,_
„Verfallener Innenraum Roter Sand“ von Gottfried Hilgerdenaar - Archiv Gottfried Hilgerdenaar, Bremerhaven. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki
Verfallener Innenraum des Leuchtturms
„Bundesarchiv Bild 102-07685, Wesermündung, Ablösung eines Leuchtturmwärters“ von Bundesarchiv, Bild 102-07685 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_102-07685,_W

Adresse

in der Außenweser, nordöstlich der Insel Wangerooge

Öffnungszeiten

Sonderfahrten zum Leuchtturm Roter Sand werden wieder in den Sommermonaten angeboten.