Zscheppliner Schloss
Zschepplin, Sachsen

Zscheppliner Schloss

Das Zscheppliner Schloss ist eine der ältesten Schlossanlagen im nordsächsischen Raum. Es war unter anderem im Besitz des Staatsministers Graf Brühl, der Familien Dieskau und von Mengersen. Das Schloss, ein dreigeschossiger, vierflügeliger Renaissancebau, wurde über einem mittelalterlichen Kern errichtet. Die Flügel wurden um einen annähernd quadratischen Hof erbaut und sind durch Giebel und Erker geschmückt. Das Erdgeschoss ist zur Hofseite als Arkadengang geöffnet. An der Nord- und Südseite übernehmen Treppentürme die Erschließung der Obergeschosse. Im Süden wurde 1762-75 unter dem Grafen von Brühl ein spätbarocker Flügel angebaut, der vermutlich von Friedrich August Krubsacius entworfen wurde. Er ließ einen langgestreckten zweigeschossigen Bau mit flachem Mittelrisalit und dreigeschossigem Eckpavillons errichten. Hinter den drei südlichen Achsen des Mittelrisalits verbirgt sich eine großzügige Eingangshalle mit Zugang zum seitlich gelegenen Treppenhaus. Im Inneren ist die spätbarocke Folge der Räume erhalten, die mit Stuck- und Wanddekoration in frühklassizistischen Formen ausgeschmückt sind. 1775 folgte die Fortführung der Arbeiten am südlichen Erweiterungstrakt und die Anpassung der Fassade des Westflügels sowie ein Neubau der Wirtschaftsgebäude unter Freiherr von Bender und Loitha, einem Kabinettssekretär von Kaiserin Maria Theresia. 1847 und später erfolgten Umbauten wie die Einrichtung einer Kapelle in der ehemaligen Bibliothek, 1858 die Umgestaltung des Festsaals im Westflügel sowie die Ausmalung durch Andreas Wilhelm Schaberschul. Das Innere ist schlicht gehalten, lediglich der Festsaal im Obergeschoss des nord-westlichen Flügels prunkt mit seiner Neurenaissance-Ausstattung. In den 1950er Jahren erfolgte eine Umgestaltung zum Kinderheim. Obwohl das Schloss in der Grundsubstanz statisch gesichert war, war der gesamte Bau instandsetzungsbedürftig. Dächer, Dachstühle, Kamine, Fassaden, Türen und Fenster litten unter Feuchtigkeit, teilweise auch unter Schwammbefall. Die neuen Eigentümer haben das Schloss als Wohndomizil ausgewählt und haben großes Interesse, das es denkmalgerecht zu sanieren. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt sie seit 2002 bei diesem Vorhaben und beteiligte sich bisher an den Arbeiten an Dach, Fassade, Toren und der Wiederherstellung der historischen Raumfassung im Innern.

Spenden Sie jetzt für Schlösser & Burgen

Unregelmäßige, im Kern mittelalterliche Vierflügelanlage in Renaissanceformen, Umbau 16. Jh., Veränderungen 18./19. Jh., Förderung 2002-04, 2006-11, 2015, 2017-18

Adresse:
Mittelstraße
04838 Zschepplin
Sachsen