Historische Materialien in fähigen Händen

Der historische Baubestand in Deutschland ist ein einzigartiges kulturelles Erbe und auch ein immenses wirtschaftliches Kapital. Zu seiner Pflege und Erhaltung leistet das Handwerk einen bedeutenden Beitrag. Doch der fach- und sachgerechte Umgang mit denkmalgeschützten Bauten erfordert besondere Fertigkeiten und Kenntnisse, die angesichts der rasanten Veränderungen im modernen Baugeschehen oft weder in der beruflichen Ausbildung noch in den Meisterlehrgängen vermittelt werden oder sogar gänzlich verlorenzugehen drohen.

Das bundesweite Stipendienprogramm zur beruflichen Weiterbildung zur Geprüften Restauratorin oder zum Geprüften Restaurator – Master Professional für Restaurierung im Handwerk, welches von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ins Leben gerufen wurde, soll Handwerkern die Chance geben, dieses besondere Arbeitsfeld in der Denkmalpflege zu erschließen und ihnen berufsbegleitend die Kompetenzen im Umgang mit historischen Materialien und Techniken sowie die Kenntnisse moderner denkmalgeeigneter Methoden zu vermitteln. Die Bewerbungsphase beginnt in der Regel im April und endet gegen Ende September bzw. Anfang Oktober. In Ausnahmefällen ist eine Verlängerung der Bewerbungsfrist möglich.

Die Stipendien, die mit jeweils 6.000,- € dotiert sind, ermöglichen den Besuch entsprechender Lehrgänge an anerkannten denkmalpflegerischen Bildungszentren in Deutschland. Die Stipendien werden aufgrund von Teilnahmenachweisen an den Kursen und der Prüfung in zwei Raten ausgezahlt. Werden die Nachweise nicht erbracht, behält sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Rückforderung vor. 

2025 wurden 15 Stipendien vergeben - Erfahren Sie hier mehr!
 

Bewerben

Das Stipendienprogramm "Restaurator im Handwerk"

Über die Auswahl der Stipendiaten entscheidet nach Ablauf der Bewerbungsfrist eine Fachjury aus den Reihen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sowie des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Die Jury behält sich vor, auch Teilstipendien zu vergeben. Die Auswahl erfolgt einstimmig. Die Entscheidung der Jury ist nicht anfechtbar.

Die Stipendiaten stellen für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einen bis zu zweiseitigen Bericht über ihre Erfahrungen sowie Fotos, die ihre Fortbildung dokumentieren, bereit und erklären sich damit einverstanden, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz im Rahmen ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für Veröffentlichungen in Print- und Online-Medien zur Verfügung zu stehen.

Organisation und Vorbereitung des Stipendienprogramms werden von der Geschäftsstelle der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durchgeführt.

Der Eingang der Bewerbungen hat ausschließlich per E-Mail zu erfolgen. Im Falle einer Absage, ist eine wiederholte Bewerbung möglich. Bewerbungsschluss: 30.09.2026.

Bewerbungsantrag

Vergaberichtlinien

Hinweise zum Datenschutz

Bewerben können sich alle Interessenten, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie verfügen über eine erfolgreich bestandene Meisterprüfung oder über eine entsprechende Zulassungsberechtigung
  • Nach Möglichkeit haben Sie Ihrem Gewerk entsprechend bereits Erfahrung im Bereich Denkmalpflege oder Restaurierung sammeln können. Speziell im Bauhandwerk verfügen Sie womöglich bereits über Kenntnisse im Umgang mit denkmalgeschützten Bauten oder Altbauten, insbesondere mit Arbeiten im Rahmen der Pflege, Erhaltung und Erneuerung historischer Bausubstanz
     

Bewerben können sich folgende Handwerker:

  • Buchbinder
  • Gold- und Silberschmied
  • Graveur
  • Holzbildhauer
  • Karosserie- und Fahrzeugbauer
  • Kraftfahrzeugtechniker
  • Maler und Lackierer/Kirchenmaler
  • Maurer und Betonbauer
  • Metallbauer
  • Metallbildner
  • Orgel- und Harmoniumbauer
  • Parkettleger
  • Raumausstatter
  • Steinmetz und Steinbildhauer
  • Stuckateur
  • Tischler
  • Uhrmacher
  • Vergolder
  • Zimmerer

Das sagen unsere Stipendiaten

„Zwei Jahre voller Lernen, Entdecken und gemeinsamer Erfahrungen liegen hinter mir. Die Fortbildung […] war für mich weit mehr als eine Zusatzqualifikation: Sie war eine intensive, bereichernde Reise durch Theorie und Praxis der Denkmalpflege – eine Erfahrung, die mein berufliches Denken und Handeln nachhaltig geprägt hat.“

Bettina von Boch, Stipendiatin von 2023 im Maler- und Lackiererhandwerk

„Meine Masterprojektarbeit, die Restaurierung eines Tabernakelsekretärs aus Schloss Schmidtheim, stellte für mich einen Höhepunkt dar. […] Die Arbeit war anspruchsvoll und gleichzeitig eine große persönliche Bereicherung.“

Benjamin Bonzelet, Stipendiat von 2023 im Tischlerhandwerk

„Als sehr positiv empfand ich zum einen die Einbindung der externen Dozenten, welche den Kurs sehr abwechslungsreich gestalteten und viele Erfahrung aus der Praxis in die Ausbildung eingebunden haben. Zum anderen war der Austausch und das Netzwerken mit den anderen Kursteilnehmern von großem Mehrwert für mich, wovon ich weiterhin profitiere.“

Maximilian Behrendt, Stipendiat von 2024 im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk

„In der Baudenkmalpflege werden bei meiner Arbeit, entsprechend der Einzigartigkeit der Denkmäler, immer wieder bisher ungekannte Fragestellungen über den Umgang mit der historischen Substanz auftreten. Der Kurs hat mich für solche Situationen […] und deren Dokumentation zusätzlich sensibilisiert.“

Robert Weingartner, Stipendiat von 2024 im Maler- und Lackiererhandwerk, Fachrichtung Kirchenmalerei

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende das Stipendienprogramm „Restaurator im Handwerk“

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Infomaterial

Ansprechpartner

Dr. Sandra Rohwedder

Stipendienprogramm

Tel. 0228 9091-402

stipendien@denkmalschutz.de