FAQs

1. Förderkriterien

Was fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz?

Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz können bundesweit für alle formal unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmale gewährt werden, d.h. alle Epochen von der archäologischen Grabung bis einschließlich dem 20. Jahrhundert, alle Kategorien: Baudenkmale wie beispielsweise Dorf- und Stadtkirchen, Klöster, Bürgerhäuser, Villen, Wohnbauten, öffentliche Bauten wie Schwimmbäder oder Rathäuser, Bauten für Wirtschaft und Handel, Bauernhäuser, Burgen und Schlösser, Kleindenkmale, Denkmale der Technik- und Wissenschaftsgeschichte wie Sternwarten, Schiffe, Windmühlen oder Produktionsstätten, wertvolle Ausstattungen, Parks und Gärten. Auf unserer Internetseite unter der Rubrik "Denkmale erhalten - Übersicht aller Förderprojekte" können Sie sich einen Überblick über die Vielfalt unserer Denkmallandschaft und der bisherigen Förderobjekte verschaffen.

Welche Maßnahmen fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz?

In erster Linie sind alle Arbeiten zur dauerhaften Erhaltung von Kulturdenkmalen in ihrer Originalsubstanz förderfähig. Dazu gehören die fach- und materialgerechte Reparatur oder Sanierung der Baukonstruktion sowie Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen an der Ausstattung. Aus der Gesamtmaßnahme oder dem Bauabschnitt wählt die Stiftung geeignete Handwerker- oder Restauratorenleistungen zur Förderung aus.

Aufwendungen für die partielle oder vollständige Wiederherstellung von Teilen, vorausgesetzt, dass der Umfang der wiederhergestellten Zonen den des erhaltenen Originals nicht übersteigt, sind mitunter förderfähig. Schwerpunkt ist aber der Substanzerhalt.

Außer den Baukosten sind in Ausnahmefällen auch Honorarkosten für die Planung, Erforschung, Voruntersuchung und Dokumentation förderfähig.

Welche Maßnahmen fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz nicht?

Es werden keine Nachbauten zerstörter Baudenkmale gefördert. Auch Modernisierungsmaßnahmen, Neubauten und reine haustechnische Maßnahmen zur Nutzbarmachung sind nicht Teil der Leistung.

Welche grundsätzlichen Kriterien müssen für eine Förderung erfüllt sein?

Die Förderkriterien der Deutsche Stiftung Denkmalschutz an Denkmal und Eigentümer umfassen grundsätzlich die folgenden Aspekte, die bei einer Antragstellung überprüft werden:

  • Eintrag als Einzeldenkmal in der amtlichen Denkmalliste
  • Schadensumfang und Gefährdung
  • Eigentümer kümmern sich bereits nach ihren Kräften um den Erhalt des Denkmals
  • Eine solide und gute Bauvorbereitung einschl. Detaillierung durch denkmalerfahrene Fachleute (Architekten, Fachingenieure, ggf. Gutachter)
  • Geplante Maßnahmen sind denkmalverträglich und sollen handwerklich qualitätvoll ausgeführt werden
  • Bauabschnitt und darauf abgestimmte Finanzierung sind realistisch
  • Verlässliche Partner sowohl auf der Eigentümerseite als auch auf Seite der Kommunen, der Länder und der Landeskirchen
  • Denkmalgerechte Nutzung mit einhergehender Bauunterhaltung
  • Herstellung von Öffentlichkeit für das einzelne Objekt


2. Fördervoraussetzung

Wo erfahre ich, ob mein Objekt überhaupt ein Denkmal ist?

Die Objektklassifizierung als Denkmal erfolgt durch das jeweilige Amt für Denkmalpflege in Ihrem Bundesland. Die Denkmale werden in einer von den unteren Denkmalbehörden in Ihrer Stadt, bei den Landkreisen oder den kreisfreien Städten geführten Liste eingetragen bzw. den Landesämtern für Denkmalpflege in den Stadtstaaten. Die Information erhalten Sie bei den angesprochenen Fachämtern und z.T. auch im Internet.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Eigentümer oder Verfügungsberechtigte (Pächter, Erbbauberechtigte, Eigentümervertreter). Mit den Stiftungsmitteln werden Kulturdenkmale gefördert, die sich im Besitz von Privatpersonen, privaten gemeinnützigen Einrichtungen wie Trägervereinen oder Stiftungen aber auch Religionsgemeinschaften, Kommunen oder Landkreisen befinden.


3. Antragsverfahren

Wie fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz?

Dies geschieht durch die Gewährung von finanziellen Zuschüssen. Die Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden eingesetzt, wo der Eigentümer oder der Verfügungsberechtigte den auf ihn entfallenden Anteil der Baukosten nicht alleine tragen kann. Die Förderung dient grundsätzlich nicht dazu, die öffentliche Hand in ihrer Verpflichtung zum Denkmalschutz zu entlasten (Überbrückungsmaßnahmen sind hier nicht ausgeschlossen).

Wie und wo erhalte ich einen Förderantrag?

Bitte wenden Sie sich telefonisch an die Zentrale der Fachabteilung Denkmalförderung: 0228 9091-277. Hier werden Sie an den/die für Ihr Anliegen zuständigen Kollegen/in weitervermittelt. Bitte geben Sie das Bundesland an, in dem das betreffende Denkmal steht. Nach der telefonischen Erstberatung senden wir Ihnen gern ein Antragsformular zu.

Wie reiche ich den Förderantrag ein?

Es ist das Antragsformular der DSD zu verwenden, das Ihnen nach der telefonischen Erstberatung zur Verfügung gestellt wird. Die Antragsunterlagen werden ausschließlich auf dem Postweg eingereicht und bearbeitet (in einfacher Ausfertigung, auf Papier, nicht geheftet.) Digitale Zusendungen werden nicht angenommen.

Welche Antragsfristen und welche Vorläufe sind zu berücksichtigen?

Anträge sind bis zum 31. August eines Jahres für das Folgejahr zu stellen. Nach der jährlichen Sitzung der Wissenschaftlichen Kommission, die spätestens Anfang März berät, informiert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Antragsteller in der Regel schriftlich über die beschlossenen Förderprojekte.

Wonach wird der Förderbetrag bemessen?

Die Förderung erfolgt nicht nach festen Prozentsätzen, sondern wird auf die geplanten Maßnahmen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten zuzüglich eines Monats für die Abrechnung bezogen. Die Förderung orientiert sich an der kunst- und kulturhistorischen Bedeutung, der baulichen Gefährdung, dem öffentlichen Interesse an der Erhaltung des Kulturdenkmals sowie den finanziellen Möglichkeiten der Stiftung. Grundsätzlich fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Erhaltung von Kulturdenkmalen durch die Gewährung von Zuschüssen, die nicht zurückzuzahlen sind.

Darf ich parallel zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz auch Fördermittel bei anderen Geldgebern anfragen?

Es wird erwartet, dass alle zur Verfügung stehenden Fördermöglichkeiten angefragt und ausgeschöpft werden.

Die Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz sollten als private Mittel zur Ergänzung der Eigenmittel gegenüber öffentlichen Fördergebern eingesetzt werden und der Kofinanzierung dienen.

Fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einmalig oder mehrmalig?

Sie kann grundsätzlich mehrfach fördern. Für Folgeförderungen ist jeweils ein neuer Antrag einzureichen.

Vergibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auch nachträglich Fördergelder?

Bereits durchgeführte Maßnahmen sind nicht förderfähig.

Nur in plausibel begründeten Ausnahmefällen kann auf rechtzeitigen Antrag des Bauherrn bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ein "vorzeitiger Maßnahmenbeginn" gewährt werden. Die Entscheidung hierüber liegt bei der Stiftung.

Wo finde ich weiterführende Informationen?

In den Förderrichtlinien, die Sie hier downloaden können.


4. Während und nach der Förderung

Inwiefern bin ich der Deutschen Stiftung Denkmalschutz auch nach Vertragsablauf informationspflichtig?

In den folgenden 10 Jahren nach Vertragsabschluss besteht vonseiten des Fördernehmers die Verpflichtung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz über bestimmte Absichten hinsichtlich des geförderten Denkmals zu informieren. Dies betrifft:

  • die Veräußerung des Denkmals
  • grundlegende bauliche Veränderungen
  • teilweiser oder vollständiger Abbruch bzw. Verlust
  • nicht denkmalgerechte Nutzung

Kann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Fördergelder zurückverlangen?

  • Bei nachweislicher Überfinanzierung
  • Bei Veränderungen des Vertragsrahmens, die nicht mit der Stiftung abgestimmt wurden (Finanzierung, Maßnahmen, Kosten, Laufzeit)
  • Beim Eintritt der vorgenannten Absichten (Veräußerung, bauliche Veränderung, Verlust, nicht denkmalgerechte Nutzung) durch:
    - die Umwandlung der gewährten Fördermittel in ein verzinsliches Darlehen
    - die Auflösung eines laufenden Fördervertrags verbunden mit der Rückzahlung bereits  
      angewiesener Fördermittel

Was erwartet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz während und nach der Förderung von mir?

Nur durch gelungene Arbeit können andere zum Mitmachen bewegt werden. Daher erwartet die Stiftung die konsequente Nennung der Förderung durch:

  • das Anbringen eines Bauschildes und eines von der örtlichen Behörde genehmigten Gerüstbanners während der Bauarbeiten
  • konsequente öffentliche Nennung der gewährten Förderung
  • Teilnahme am Tag des offenen Denkmals soweit möglich
  • das Öffnen Ihres Denkmals für ein interessiertes Publikum im Rahmen von Führungen oder Veranstaltungen soweit möglich
  • die Gewährung von Fotorechten, die der Stiftung eine Darstellung gelungener Projekte im Rahmen ihrer Veröffentlichungen erlauben
  • Montage einer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bereitgestellten Bronzetafel am Denkmal nach Arbeitsabschluss
  • Information in Bezug auf wesentliche Änderungen (Veräußerung, Verlust, nicht denkmalgerechte Nutzungsänderung)
  • eine kontinuierliche Bauunterhaltung und Pflege durch jährliche Wartungsarbeiten und ggf. restauratorische Kontrollgänge, die idealerweise dokumentiert werden.

Zur Baupflege finden Sie regelmäßig Fortbildungsangebote unserer Denkmalakademie

Wie kann ich die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz darüberhinaus unterstützen?

  • Durch das Sammeln von Spenden oder selber spenden
  • Aktiv sein Umfeld über die DSD und Ihre Arbeit informieren
  • Einbeziehung der Stiftung bei Veranstaltungen o.ä.

Vom Antrag zum Förderprojekt

Alle wichtigen Infos für Fördernehmer zum Antragsverfahren. Mehr...

FAQs

Alles Wissenswerte zu Voraussetzungen und Ablauf des Förderprozesses. Mehr...

Förderrichtlinien